
Gemuese · Subtropengarten Paraguay
Yamswurzel in Paraguay pflanzen
Dioscorea alata
In der Region Guairá/Ostparaguay gedeiht Yamswurzel ausgezeichnet dank des feucht-warmen Klimas mit Jahresniederschlägen von 1.500–1.800 mm.
- Standort
- sonnig
- Pflanzzeit
- August, September, Oktober
- Spanisch
- Ñame
- Guarani
- Ñame
Standort und Pflanzzeit
Bevorzugt vollsonnige bis leicht halbschattige Lagen. In der Region Guairá ideal an Hängen mit guter Luftzirkulation. Schutz vor starken Winden empfehlenswert, da die Rankentriebe empfindlich sind. Ausreichend Platz für Klettergerüst oder Bäume als Stütze einplanen.
Pflanzzeit: In Paraguay wird Yamswurzel am besten am Ende der Trockenzeit (August–September) gepflanzt, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Die Knollen oder Knollenstücke werden zu Beginn der Regenzeit (Oktober) gesetzt, damit ausreichend Feuchtigkeit für den Austrieb vorhanden ist. In der Region Guairá ist Oktober ideal, da die Regenzeit einsetzt und Bodentemperaturen über 20 °C erreicht werden.
Boden: Tiefgründiger, lockerer, gut durchlässiger Lehm- oder Sandboden mit einem pH-Wert von 5,5–6,5. Schwere, lehmige Böden müssen durch Sand und organisches Material aufgelockert werden. In Guairá häufig roter Lateritboden (tierra colorada), der gut durchlässig ist und sich nach Anreicherung mit Kompost hervorragend eignet. Drainage ist entscheidend – Staunässe führt zur Knollenfäule.
Pflege
Bewässerung: Gleichmäßige Bewässerung während der Wachstumsphase (November–März) ist entscheidend. In der Trockenzeit (Mai–August) den Boden leicht feucht halten, aber keine Staunässe. In der Reifezeit (ab April) Bewässerung reduzieren, damit die Knollen gut ausreifen. Tropfbewässerung empfohlen, um Pilzkrankheiten zu vermeiden.
Düngung: Vor der Pflanzung organischen Kompost oder gut verrotteten Kuhmist einarbeiten (ca. 5–10 kg pro m²). Während des Wachstums alle 4–6 Wochen mit kaliumbetontem Dünger versorgen, da Kalium die Knollenbildung fördert. Phosphor beim Pflanzen als Starter-Dünger beigeben. In Paraguay empfiehlt sich der Einsatz von Holzasche als natürliche Kaliumquelle. Stickstoff nur in der frühen Wachstumsphase einsetzen, um übermäßiges Blattwerk auf Kosten der Knolle zu vermeiden.
- Kalium
- Phosphor
- Stickstoff
- Magnesium
Ernte und Verwendung
Ernte: Die Ernte erfolgt in Paraguay typischerweise von April bis Juni, etwa 7–10 Monate nach der Pflanzung, wenn das Laub gelb wird und abstirbt. Je nach Sorte und Standort kann dies variieren. Ein erstes Testergraben gibt Aufschluss über die Knollengröße.
Verwendung: Die stärkereichen Knollen werden gekocht, gedämpft, gebraten oder zu Mehl verarbeitet. In Paraguay und der Region werden sie ähnlich wie Maniok (Cassava) zubereitet – als Beilage, in Suppen oder als Chips gebraten. Sie sind eine wichtige Energiequelle und enthalten wertvolle Kohlenhydrate, Vitamine B6 und C sowie Kalium.
Lagerung: An einem kühlen, trockenen und dunklen Ort bei 12–16 °C lagern. Nicht im Kühlschrank aufbewahren. Unbeschädigte Knollen halten sich 2–4 Monate. In Paraguay kann man die Knollen nach der Ernte kurz an der Luft trocknen lassen (Curing), um die Haltbarkeit zu verlängern. Beschädigte Stellen vor der Lagerung entfernen.
Schädlinge und gute Nachbarn
- Yamskäfer (Dioscorea-Rüsselkäfer, Cylas spp.): Befallene Knollen entfernen und vernichten. Fruchtfolge einhalten. Biologische Bekämpfung mit Metarhizium-Pilz. Tiefes Eingraben der Knollen und Mulchen reduziert Befall.
- Blattläuse (Áfidos): Behandlung mit Neem-Öl-Lösung (5 ml/L Wasser) oder Knoblauchsud. Nützlinge wie Marienkäfer fördern. Befallene Triebe abschneiden.
- Anthracnose (Colletotrichum gloeosporioides): Pilzkrankheit typisch in feuchtem paraguayischem Klima. Befallene Blätter entfernen. Bordeaux-Brühe oder Kupferfungizid einsetzen. Gute Luftzirkulation sicherstellen, Bewässerung auf Morgen beschränken.
- Knollenfäule (Fusarium spp.): Drainage verbessern, Staunässe vermeiden. Nur gesundes Pflanzgut verwenden. Boden vor der Pflanzung mit Trichoderma-Präparaten behandeln.
- Nematoden (Nematodos): In Paraguays Böden häufig. Fruchtfolge mit Tagetes (Studentenblume) einsetzen. Biofumigation mit Senf oder Ringelblumen. Befallene Beete mit Kompost und Neem-Kuchen behandeln.
Kombinationspflanzen
- Maniok (Cassava)
- Bohnen (Kumanda)
- Mais (Avati)
- Süßkartoffel (Jety)
- Tagetes (Studentenblume)
- Kürbis (Andai)
Besonderheit in Paraguay
In der Region Guairá/Ostparaguay gedeiht Yamswurzel ausgezeichnet dank des feucht-warmen Klimas mit Jahresniederschlägen von 1.500–1.800 mm. Die rote Lateriterde (tierra colorada) ist nach Kompostierung ideal. Yamswurzel ist in Paraguay weniger verbreitet als Maniok, gewinnt aber als nahrhaftige Alternative an Bedeutung. Traditionell in ländlichen Gemeinschaften angebaut. Die hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt Pilzkrankheiten – daher auf gute Luftzirkulation achten. Klettergerüste aus lokalem Bambus (takuara) sind eine kostengünstige und nachhaltige Stützmethode. Anbau in Hanglage bietet natürlichen Wasserabfluss.