
Gemuese · Subtropengarten Paraguay
Jicama (Mexikanische Yamsbohne) in Paraguay pflanzen
Pachyrhizus erosus
Jicama gedeiht in der subtropischen Hitze von Guairá ausgezeichnet und ist gut an das Klima mit deutlichen Regen- und Trockenzeiten angepasst.
- Standort
- sonnig
- Pflanzzeit
- August, September, Oktober
- Spanisch
- Jícama
- Guarani
- Jícama
Standort und Pflanzzeit
Volle Sonne ist ideal für optimale Knollenbildung. In der Region Guairá sollte die Pflanze mindestens 6-8 Stunden direkte Sonneneinstrahlung erhalten. Schutz vor starken Westwinden empfehlenswert, da die Rankentriebe empfindlich sind. Leichte Hanglage mit guter Luftzirkulation bevorzugt, um Pilzbefall in der feuchten Regenzeit zu minimieren.
Pflanzzeit: In Paraguay beginnt man die Jicama am besten Ende der Trockenzeit (August-September) zu pflanzen, wenn die Bodentemperatur über 20°C liegt. Die langen Tage und steigende Wärme fördern zunächst das Blattwachstum. Da die Pflanze einen langen Vegetationszeitraum von 5-9 Monaten benötigt und Fröste in Guairá selten sind, ist ein Anbau von August bis Oktober optimal. Vorkeimung der Samen für 24-48 Stunden in warmem Wasser vor der Aussaat empfohlen.
Boden: Tiefgründiger, lockerer, sandiger Lehmboden mit guter Drainage. pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0. In Guairá typischerweise roter Lateritboden (suelo colorado), der vor der Pflanzung gut aufgelockert und mit organischem Material angereichert werden sollte. Staunässe ist absolut zu vermeiden, da die Knollen sonst faulen. Tiefes Umgraben (mindestens 40-50 cm) fördert die Knollenentwicklung.
Pflege
Bewässerung: Regelmäßige, gleichmäßige Bewässerung ist entscheidend für die Knollenentwicklung. In der Trockenzeit (Mai-September) wöchentlich 2-3 Mal gründlich wässern. Während der Regenzeit (Oktober-März) reicht natürlicher Regen meist aus, auf Staunässe unbedingt achten. Nach dem Erscheinen der Blüten die Bewässerung leicht reduzieren, da dies die Knollenbildung fördert. Tropfbewässerung ist ideal.
Düngung: Als Leguminose fixiert Jicama eigenen Stickstoff, daher wenig N-Dünger verwenden. Vor der Pflanzung Kompost oder gut verrotteten Mist in den Boden einarbeiten (ca. 3-4 kg/m²). Nach 6-8 Wochen eine Gabe kaliumreichen organischen Düngers (z.B. Holzasche oder Bananenschalendünger) zur Förderung der Knollenbildung. Phosphor fördert die Wurzelentwicklung – Knochenmehl oder Rohphosphat ist geeignet. Überdüngung mit Stickstoff führt zu üppigem Blattwerk auf Kosten der Knolle.
- Phosphor
- Kalium
- Stickstoff (reduziert)
- Kalzium
- Magnesium
Ernte und Verwendung
Ernte: 5 bis 9 Monate nach der Pflanzung, typischerweise Januar bis April. Für kleinere, zartere Knollen bereits nach 5-6 Monaten ernten. Für maximale Größe bis zu 9 Monate warten. Ernte vor Einsetzen der nächsten starken Regenphase empfohlen. Die Pflanze zeigt Erntereife wenn das Laub beginnt gelb zu werden.
Verwendung: Die Knolle wird roh oder gekocht verwendet. Roh schmeckt sie knackig, saftig und leicht süßlich – ideal für Salate, Crudités oder als Snack mit Limette und Chili. Gekocht eignet sie sich für Eintöpfe (Bopiz, Sopa paraguaya-Varianten) und Currys. In Paraguay kann sie als Ersatz für Wasserkastanie oder Rettich eingesetzt werden. WICHTIG: Alle anderen Pflanzenteile (Blätter, Samen, Schoten) sind giftig und nicht zum Verzehr geeignet!
Lagerung: Ungescälte Knollen sind bei Raumtemperatur (15-20°C) bis zu 2-3 Wochen haltbar. Im Kühlschrank halten sie sich ungeschält bis zu 1-2 Monate. Angeschnittene Knollen in feuchtes Tuch wickeln und im Kühlschrank maximal 1 Woche aufbewahren. Nicht einfrieren, da die knackige Textur verloren geht. Trocken und kühl lagern, nicht in direkter Sonneneinstrahlung.
Schädlinge und gute Nachbarn
- Blattläuse (Pulgones): Behandlung mit Neemöl-Lösung (5ml/Liter) oder Knoblauch-Chili-Sud. Nützlinge wie Marienkäfer fördern. Bei starkem Befall mit Insektennetzen abdecken.
- Weißer Schmetterling / Kohleule (Spodoptera): Bacillus thuringiensis (Bt) Präparate ausbringen. Eier und Raupen manuell entfernen. Befallene Blätter sofort entsorgen.
- Wurzelfäule (Pythium / Phytophthora): Drainage verbessern, Bewässerung reduzieren. Vorbeugend mit Trichoderma-Präparaten behandeln. Befallene Pflanzen sofort entfernen und Boden mit Kalk behandeln.
- Minierfliege (Mosca minadora): Befallene Blätter entfernen und vernichten. Gelbe Klebefallen aufstellen. Neemöl als Vorbeugung einsetzen. Natürliche Feinde (Parasitäre Wespen) fördern.
- Thripse (Trips): Blaue Klebefallen einsetzen. Pflanzen mit Wasser abspritzen. Neemöl-Behandlung alle 7-10 Tage. In der Trockenzeit besonders aufmerksam sein.
- Erdmandeln / Maulwurfsgrillen (Grillo topo): Fallen mit Melasse aufstellen. Befallene Bereiche mit Neem-Granulat behandeln. Natürliche Feinde wie Armadillo (Tatú) im Garten dulden.
Kombinationspflanzen
- Mais (Avati)
- Kürbis (Andai)
- Süßkartoffel (Batata)
- Papaya (Mamón)
- Basilikum
- Ringelblume (Caléndula)
Besonderheit in Paraguay
Jicama gedeiht in der subtropischen Hitze von Guairá ausgezeichnet und ist gut an das Klima mit deutlichen Regen- und Trockenzeiten angepasst. Die langen Sommertage fördern Blatt- und Blütenwachstum, weshalb alle Blütenstände regelmäßig entfernt werden sollten, um die Energie in die Knollenbildung zu lenken – dies ist in Paraguay besonders wichtig! Die Pflanze ist hitzetolerant bis 40°C und verträgt kurze Trockenperioden gut. Als wenig bekannte Kultur in Paraguay bietet Jicama großes Potenzial für lokale Märkte und Selbstversorgung. Die Samen gelten als natürliches Insektizid und können nach der Ernte für die Bekämpfung von Schädlingen im Garten genutzt werden (nicht zum Essen!). Kleinbauern in Guairá können von der Doppelnutzung als Bodendecker und Nahrungsmittel profitieren.