
Gemuese · Subtropengarten Paraguay
Erbse in Paraguay pflanzen
Pisum sativum
In der subtropischen Region Guairá ist die Erbse eine reine Winterkultur (Abril–Agosto), da sie Hitze nicht toleriert.
- Standort
- sonnig
- Pflanzzeit
- April, Mai, Juni, Juli, August
- Spanisch
- Arveja
- Guarani
- Arveja
Standort und Pflanzzeit
Volle Sonne mit mindestens 6 Stunden direktem Sonnenlicht täglich. In der Region Guairá sollte ein Standort gewählt werden, der in den heißesten Mittagsstunden (12–15 Uhr) leichten Halbschatten bietet, um Hitzestress zu reduzieren. Windgeschützte Lagen sind bevorzugt, da Erbsen empfindlich auf starke Winde reagieren.
Pflanzzeit: In Paraguay wird die Erbse ausschließlich im Kühlen Winterhalbjahr angebaut (Otoño/Invierno). Die optimale Aussaatzeit im östlichen Paraguay (Guairá) liegt zwischen April und Juli, wenn die Temperaturen auf 15–25°C sinken. Erbsen vertragen keine Hitze über 28–30°C und gedeihen in PY nur in der Kühlsaison. Frühzeitige Aussaat ab April nutzt die kühlsten Monate optimal. Eine Spätsaat im August ist möglich, birgt aber das Risiko früher Frühjahreshitze.
Boden: Lockerer, gut durchlässiger Lehm- oder sandiger Lehmboden mit einem pH-Wert von 6,0–7,0. Roter Lateritboden (terra roxa) in Guairá muss mit Kalk (Calcáreo) aufgewertet werden, um den pH anzuheben und Aluminium-Toxizität zu reduzieren. Gute Drainage ist essenziell – Staunässe führt zu Wurzelfäule. Tiefe Bodenlockerung (mind. 20–25 cm) vor der Aussaat empfohlen.
Pflege
Bewässerung: Regelmäßige, gleichmäßige Bewässerung ist entscheidend. In der Trockenzeit (Juni–August) ca. 2–3 Mal pro Woche gießen, dabei Staunässe unbedingt vermeiden. Tropfbewässerung direkt an der Wurzel ist ideal, da nasse Blätter Pilzkrankheiten fördern. Bodenfeuchtigkeit konstant halten – weder zu trocken noch zu nass. Wasserbedarf pro Woche ca. 25–40 mm.
Düngung: Erbsen sind Hülsenfrüchte und binden Luftstickstoff über Rhizobien – daher wenig oder kein Stickstoffdünger nötig. Vor der Aussaat Boden mit Kompost oder gut verrottetem Stallmist anreichern. Eine Impfung der Samen mit Rhizobium-Bakterien (Inoculante) wird empfohlen, besonders auf Flächen, auf denen noch keine Hülsenfrüchte angebaut wurden. Superfosfato simple (P) und Kaliumchlorid (K) zu Beginn einarbeiten. Kein übermäßiger Stickstoff, da sonst Blattwerk auf Kosten der Hülsen gefördert wird.
- Phosphor
- Kalium
- Kalzium
- Molybdän
- Rhizobium-Bakterien (Stickstoffixierung)
Ernte und Verwendung
Ernte: Je nach Sorte 60–90 Tage nach der Aussaat. Ernte der Hülsen bei Frischerbsen, wenn die Hülsen prall und grün sind (vor der Vergilbung). Für Trockenerbsen wird gewartet, bis die Hülsen braun und trocken am Strauch sind. In Paraguay typischerweise Ernte zwischen Juli und Oktober.
Verwendung: Frische Erbsen als Gemüsebeilage, in Eintöpfen (Locro, Puchero), Suppen und Salaten. In Paraguay sehr beliebt in traditionellen Wintergerichten. Trockenerbsen als Protein-Grundnahrungsmittel. Junge Triebe und Blätter ebenfalls essbar und nährstoffreich.
Lagerung: Frische Erbsen im Kühlschrank max. 3–5 Tage haltbar. Blanchiert und eingefroren bis zu 12 Monate haltbar – empfehlenswert in PY bei größeren Ernten. Trockenerbsen nach vollständiger Trocknung in luftdichten Behältern kühl und trocken lagern (6–12 Monate). Vor Feuchtigkeit und Schädlingen (Käfer) schützen.
Schädlinge und gute Nachbarn
- Blattläuse (Pulgones – Acyrthosiphon pisum): Regelmäßige Kontrolle der Triebspitzen. Abwaschen mit Wasserstrahl, Neem-Öl-Spray (2%), oder Einsatz von Nützlingen wie Marienkäfern. Kaliseife-Lösung als Kontaktmittel.
- Erbsenwickler / Hülsenbohrer (Etiella zinckenella): Befallene Hülsen sofort entfernen und vernichten. Bt (Bacillus thuringiensis) als biologisches Mittel. Frühzeitige Ernte reduziert Befall. Crop Rotation einhalten.
- Echter Mehltau (Oidio – Erysiphe pisi): Pilzkrankheit besonders bei trocken-warmer Witterung. Schwefel-basierte Fungizide (Enxofre molhável) präventiv einsetzen. Gute Luftzirkulation durch ausreichenden Pflanzabstand sicherstellen. Resistente Sorten bevorzugen.
- Fusarium-Wurzelfäule (Podridão de raiz): Fruchtfolge einhalten (mind. 3 Jahre keine Hülsenfrüchte auf gleicher Fläche). Gut drainierte Böden, keine Überbewässerung. Befallene Pflanzen sofort entfernen. Trichoderma-Präparate als biologische Bodenschutzmaßnahme.
- Samenkäfer / Gorgojos (Bruchus pisorum): Getrocknete Samen vor der Lagerung im Tiefkühler (72h) oder in der Sonne behandeln. Luftdichte Lagerung. Befallene Samen vernichten. Pyrethrin-basierte Mittel als letztes Mittel.
Kombinationspflanzen
- Karotte (Zanahoria)
- Koriander (Cilantro)
- Salat (Lechuga)
- Spinat (Espinaca)
- Radieschen (Rabanito)
- Zwiebel (Cebolla)
Besonderheit in Paraguay
In der subtropischen Region Guairá ist die Erbse eine reine Winterkultur (Abril–Agosto), da sie Hitze nicht toleriert. Der typische rote Lateritboden (terra roxa) muss oft mit Dolomit-Kalk korrigiert werden. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit in Paraguay ist Mehltau ein häufiges Problem – bevorzugt werden sollten lokal angepasste oder mehltauresistente Sorten (z.B. Sorten aus südbrasilianischem Züchtungsprogramm). Die Kombination mit traditionellen paraguayischen Winterkulturen wie Coriander und Zanahoria ist sehr verbreitet. Kleinbauern in Guairá bauen Erbsen oft in Mischkultur mit Mais (nach dem ersten Maissschnitt) an. Inoculante-Impfung der Samen ist im lokalen Agrahandel (Cooperativas) erhältlich und wird empfohlen.