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Chaya / Baumspinat

Gemuese · Subtropengarten Paraguay

Chaya / Baumspinat in Paraguay pflanzen

Cnidoscolus aconitifolius

Chaya ist eine der am besten ans subtropische Klima Paraguays angepassten Gemuesepflanzen ueberhaupt.

Standort
sonnig
Pflanzzeit
August, September, Oktober, November, Februar, Maerz
Spanisch
Chaya / Espinaca de árbol

Standort und Pflanzzeit

Volle Sonne bevorzugt, verträgt aber auch leichten Halbschatten. In der Region Guairá ideal an südexponierten Hängen oder offenen Gartenflächen pflanzen. Schutz vor starken Winden empfohlen, da große Blätter beschädigt werden können. Verträgt die hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze Ostparaguays sehr gut.

Pflanzzeit: In Paraguay ideale Pflanzzeit ist Ende der Trockenzeit bzw. Beginn der Regenzeit (August bis November), wenn Bodenfeuchtigkeit steigt und Temperaturen angenehm sind. Zweite Moeglichkeit nach den größten Hitzewochen im Februar/März. Stecklinge können fast ganzjährig gesteckt werden, da Chaya sehr robust ist und in den subtropischen Bedingungen Paraguays kaum Frostgefahr besteht.

Boden: Anpassungsfähig an viele Bodentypen, bevorzugt aber lockere, gut drainierte, leicht saure bis neutrale Böden (pH 6,0-7,0). Die roten Lateritböden (terra roxa) der Region Guairá sind mit organischer Anreicherung gut geeignet. Schwere Tonoeden mit schlechter Drainage müssen verbessert werden. Sand- oder Kiesbeimischung sowie reichlich Kompost verbessern die Bodenstruktur deutlich.

Pflege

Bewässerung: Mäßig bewässern. Chaya ist trockenheitstoleranter als viele andere Gemüse, profitiert aber von regelmäßiger Bewässerung in der Trockenzeit (Mai bis August). In der Regenzeit (Oktober bis März) genügt natürlicher Niederschlag. Staunässe unbedingt vermeiden. Mulchen um den Stamm hilft Feuchtigkeit zu halten und Boden kühler zu halten.

Düngung: Chaya ist ein Staerkezieher bezueglich Stickstoff für das intensive Blattwachstum. Kompost (5-10 Liter pro Pflanze) bei der Pflanzung einarbeiten. Alle 2-3 Monate mit organischem Dünger (Bokashi, Wurmkompost oder Gruenduengung) nachdüngen. In Paraguay eignet sich Huehner- oder Rinderguellefluessigkeit verdünnt 1:10 als Flüssigdünger. Keine Ueberduengung mit Stickstoff, da sonst Blätter weich und anfällig werden.

  • Stickstoff (N)
  • Kalium (K)
  • Phosphor (P)
  • Kalzium (Ca)
  • Magnesium (Mg)

Ernte und Verwendung

Ernte: Erste Ernte ca. 3-4 Monate nach dem Pflanzen, wenn Pflanze mindestens 50-60 cm hoch ist. Danach kontinuierliche Ernte der jungen Triebspitzen und Blätter alle 3-4 Wochen möglich. In Paraguay ganzjährige Ernte möglich dank milder Winter in der Region Guairá. Blätter ernten wenn sie jung und hellgrün sind – ältere Blätter sind faseriger.

Verwendung: Blätter und junge Triebe sind roh GIFTIG (Blausaeure, Brennhaare) – müssen mindestens 15-20 Minuten gekocht werden! Nach dem Kochen sehr nahrhaftes Gemüse: reich an Protein, Eisen, Kalzium und Vitamin C. Verwendung wie Spinat: in Suppen, Eintoeppen, Stews, Tortillas, als Beilage gekocht. In Paraguay traditionell in Locro, Sopa Paraguaya-Variationen oder als Beilage zu Fleischgerichten.

Lagerung: Frische Blätter 2-3 Tage im Kühlschrank haltbar. Gekochte Blätter 1-2 Tage im Kühlschrank. Blätter können getrocknet und gemahlen als Nahrungsergaenzungspulver gelagert werden (bis zu 6 Monate in luftdichtem Behälter). Blanchierte und eingefrorene Blätter bis zu 6 Monate haltbar – sinnvoll in der Ueberflusssaison.

Schädlinge und gute Nachbarn

  • Schildläuse (Cochinillas): Befallene Stellen mit Alkohol-Wattebausch abtupfen oder Neem-Öl-Lösung (2%) aufsprühen. Bei starkem Befall Triebe zurückschneiden.
  • Weiße Fliege (Mosca blanca): Gelbfallen aufstellen, Neem-Öl-Spray alle 7 Tage anwenden, Unterseite der Blätter bespritzen. Natuerlliche Feinde wie Schluepfwespen fördern.
  • Spinnmilben (Acaros): Regelmäßiges Bespritzen der Blätter mit Wasser reduziert Befall. Knoblauch-Chili-Extrakt als biologisches Spritzmittel. In der Trockenzeit haeufiger kontrollieren.
  • Raupen (Oruga): Handauslese, Bacillus thuringiensis (Bt) biologisches Präparat anwenden. In Paraguay besonders in der Regenzeit auf Schmetterlingsraupen achten.
  • Wurzelfäule (Podredumbre de raíz): Nur durch gute Drainage verhindern. Staunasse Stellen vermeiden, Pflanzlocher mit Kies auskleiden. Befallene Pflanzen entfernen und Boden mit Kalk behandeln.

Kombinationspflanzen

  • Suesskarotffel (Batata)
  • Maniok (Mandioca)
  • Papaya (Mamón)
  • Bananenpflanzen (Banana)
  • Ingwer (Jengibre)
  • Kurkuma (Cúrcuma)
  • Bohnen (Poroto)
  • Moringa

Besonderheit in Paraguay

Chaya ist eine der am besten ans subtropische Klima Paraguays angepassten Gemuesepflanzen ueberhaupt. Sie uebersteht Hitzeperioden von über 40°C in der Region Guairá problemlos und ist auch während kurzer Trockenzeiten sehr widerstandsfähig. Die Pflanze wird lokal kaum verbreitet angebaut, obwohl sie nutritiv wertvoll ist – ein echtes 'Superfood' für Selbstversorger. Wichtig: In Paraguay gibt es zwei Hauptvarietaeten – die behaarte Variante mit Brennhaaren (weniger empfehlenswert für Hausgärten) und die fast haarlose Varietaet 'Chaya Lisa', die für den Anbau bevorzugt werden sollte. Chaya wächst in Guairá ganzjährig und kann als dauerhafter Strauch (bis 3m Höhe) viele Jahre produktiv bleiben. Vermehrung ausschliesslich vegetativ durch Stecklinge (20-30 cm Länge), da Samen selten gebildet werden. Lokale Bauern kennen die Pflanze oft unter 'arbol de la vida' (Baum des Lebens).