
Gemuese · Subtropengarten Paraguay
Straucherbse in Paraguay pflanzen
Cajanus cajan
Cajanus cajan ist in Paraguay als 'Guandú' tief in der Kulturgeschichte verwurzelt und war eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Guaraní.
- Standort
- sonnig
- Pflanzzeit
- August, September, Oktober, November
- Spanisch
- Guandú / Poroto Guandú
Standort und Pflanzzeit
Volle Sonne bevorzugt, mindestens 6-8 Stunden direkte Sonneneinstrahlung täglich. In der Region Guairá ideal auf offenen Flächen oder leicht erhöhten Lagen mit guter Luftzirkulation. Verträgt die intensive subtropische Sonneneinstrahlung sehr gut und ist hitzetolerant bis 40°C.
Pflanzzeit: Hauptpflanzzeit in Paraguay ist von August bis Oktober, nach den letzten Kälteperioden des Winters. In der Region Guairá kann die Aussaat direkt ins Freiland erfolgen, sobald der Boden auf über 18°C erwärmt ist. Eine zweite Pflanzung im November ist möglich. Saattiefe 3-5 cm, Abstand 50-75 cm in der Reihe, Reihenabstand 1-1,5 m. Direktsaat bevorzugt, da die Pflanze Wurzelstörungen schlecht verträgt.
Boden: Sehr anpassungsfähig an die roten Laterit-Böden (Oxisole/Terra Roxa) der Region Guairá. Bevorzugt gut durchlässige, sandige bis lehmige Böden mit pH 5,0-7,5. Toleriert saure Böden wie sie in Paraguay häufig vorkommen. Keine Staunässe. Tiefgründige Böden fördern das Wachstum des starken Pfahlwurzelsystems. Verbessert durch Stickstofffixierung die Bodenqualität für Folgekulturen.
Pflege
Bewässerung: Ausgesprochen trockenheitsresistent nach der Etablierung (ab 3 Monate). In der Keimlings- und Jungpflanzenphase regelmäßig gießen (2-3x pro Woche). Erwachsene Pflanzen kommen mit dem natürlichen Niederschlag Paraguays (1300-1800 mm/Jahr in Guairá) gut zurecht. Bei ausgeprägter Trockenzeit (Juni-August) sparsam bewässern. Staunässe unbedingt vermeiden.
Düngung: Als Leguminose fixiert Cajanus cajan Luftstickstoff über Rhizobien-Bakterien und benötigt kaum Stickstoffdüngung. Vor der Pflanzung Boden mit reifem Kompost oder Stallmist anreichern (2-3 kg/m²). Empfehlung: Bei Aussaat Superphosphat (100 g/m²) und Kaliumsulfat (50 g/m²) einarbeiten. Eine Impfung des Saatguts mit Rhizobium-Inokulum (erhältlich in Agroshops in Villarrica) steigert den Ertrag deutlich. Auf nährstoffarmen Böden Paraguays alle 6 Wochen mit Holzasche düngen.
- Stickstoff (N - Selbstfixierung)
- Phosphor (P)
- Kalium (K)
- Calcium (Ca)
- Magnesium (Mg)
Ernte und Verwendung
Ernte: Grüne unreife Hülsen: 3-4 Monate nach Aussaat (November-Februar). Trockene reife Samen: 5-6 Monate nach Aussaat (Januar-März). Als mehrjährige Pflanze produziert sie in Paraguay bis zu 3-4 Jahre lang Erträge mit jährlichen Erntewellen. Haupternte fällt meist in die Monate Dezember bis März.
Verwendung: Grüne Samen wie frische Erbsen kochen, als Beilage, in Eintöpfen oder Suppen. Trockene Samen als Hülsenfrucht für Feijão-Gerichte, Dal oder Mehl. Blätter und junge Triebe als Blattgemüse verwendbar. Wichtiges Grundnahrungsmittel in paraguayischen Kleinbauernfamilien. Kalorienreich (343 kcal/100g trocken), proteinreich (22% Protein). Hülsen als Tierfutter, Blätter als Mulch oder Gründüngung.
Lagerung: Grüne Hülsen: Im Kühlschrank 3-5 Tage haltbar. Trockene Samen: Nach vollständiger Trocknung in der Sonne (5-7 Tage) in luftdichten Behältern 1-2 Jahre lagerfähig. Vor der Lagerung gut auf Schädlingsbefall (Bruchus-Käfer) kontrollieren. Traditionell in Paraguay mit Lorbeerblättern oder Holzasche gemischt lagern, um Vorratsschädlinge abzuhalten. Samen für Nachsaat bei kühler, trockener Lagerung mehrere Jahre keimfähig.
Schädlinge und gute Nachbarn
- Blattläuse (Aphis craccivora): Neemöl-Sprühlösung (5 ml/L Wasser) alle 7 Tage. Marienkäfer und Schwebfliegen als natürliche Feinde fördern. Bei starkem Befall Knoblauch-Chili-Brühe sprühen.
- Hülsenbohrer (Maruca vitrata): Bacillus thuringiensis (Bt)-Präparate bei erstem Befall einsetzen. Befallene Hülsen sofort entfernen und vernichten. Neem-Extrakt prophylaktisch während der Blütezeit sprühen.
- Vorratskäfer / Samenkäfer (Callosobruchus maculatus): Getrocknete Samen vor Einlagerung in der Sonne gut trocknen. Lagerung mit Holzasche oder Lorbeerblättern. Luftdichte Behälter verwenden. Kühle und trockene Lagerung unter 15% Luftfeuchtigkeit.
- Fusarium-Welke (Fusarium udum): Resistente Sorten wählen. Fruchtfolge einhalten (nicht auf demselben Beet wie andere Leguminosen). Übermäßige Bewässerung vermeiden. Befallene Pflanzen entfernen und nicht kompostieren.
- Weißfliegen (Bemisia tabaci): Gelbe Klebefallen aufhängen. Neemöl-Spritzungen in den kühlen Morgenstunden. Starke Bestände mit Wasserstrahl abbspritzen. Tagetes als Begleitpflanze pflanzen.
- Spinnmilben (Tetranychus urticae): Bei Trockenheit regelmäßig die Blattunterseiten mit Wasser besprühen. Neemöl-Lösung anwenden. Raubmilben als biologische Kontrolle fördern.
Kombinationspflanzen
- Mais (Zea mays)
- Maniok (Manihot esculenta)
- Kürbis (Cucurbita spp.)
- Tagetes (Tagetes erecta)
- Süßkartoffel (Ipomoea batatas)
- Banane (Musa spp.)
- Sorghum (Sorghum bicolor)
Besonderheit in Paraguay
Cajanus cajan ist in Paraguay als 'Guandú' tief in der Kulturgeschichte verwurzelt und war eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Guaraní. In der Region Guairá wird er traditionell als mehrjähriger Strauch (bis 4 m Höhe) angebaut, der 3-4 Jahre produktiv bleibt. Die Pflanze ist ideal für das paraguayische Klima mit heißen, feuchten Sommern und milden Wintern. Sie übersteht sogar leichte Fröste (bis -2°C), wie sie in Guairá selten vorkommen können. Besonders wertvoll als Windschutz, Beschattungspflanze für andere Kulturen und zur Bodenverbesserung im System der paraguayischen Kleinstwirtschaft (Chacra). Wird oft als lebender Zaun gepflanzt. IPTA (Instituto Paraguayo de Tecnología Agraria) in Caacupé empfiehlt lokale Landsorten für höchste Anpassung. Sehr wichtig für die Ernährungssicherheit in ländlichen Gebieten.