
Gemuese · Subtropengarten Paraguay
Reis in Paraguay pflanzen
Oryza sativa
Paraguay ist in Südamerika ein bedeutender Reisproduzent, besonders im Departamento Guairá und angrenzenden Regionen.
- Standort
- sonnig
- Pflanzzeit
- Oktober, November, Dezember
- Spanisch
- Arroz
- Guarani
- Arró
Standort und Pflanzzeit
Volles Sonnenlicht erforderlich, mindestens 8-10 Stunden täglich. In der Region Guairá ideal auf flachen bis leicht geneigten Feldern mit schwerer, lehmiger Erde. Überflutbare Flächen oder Flächen mit kontrollierter Bewässerung bevorzugt. Schutz vor starken Winden durch Baumreihen oder natürliche Geländestrukturen vorteilhaft.
Pflanzzeit: In Paraguay wird Reis hauptsächlich in der Regenzeit ausgesät. Optimale Aussaat von Oktober bis Dezember, wenn die Temperaturen zwischen 25-35°C liegen und die Niederschläge zunehmen. In Guairá empfiehlt sich November als idealer Monat. Direktsaat oder Voranzucht im Saatbeet möglich, Verpflanzung der Jungpflanzen nach 25-30 Tagen bei einer Höhe von 20-25 cm.
Boden: Schwere, lehmige oder tonreiche Böden mit hoher Wasserhaltekapazität ideal. pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0. Undurchlässige Bodenschicht (Hartpan) in 20-30 cm Tiefe fördert den Wasserrückhalt beim Nassreisanbau. Die roten Lateritböden (suelo colorado) Ostparaguays sind bei guter Wasserversorgung geeignet, benötigen jedoch organische Bodenverbesserung.
Pflege
Bewässerung: Reis benötigt konstante Feuchtigkeit bis Staunässe. Überflutungsanbau (Nassreis) mit 5-10 cm Wasserstand bevorzugt. In Guairá kann der natürliche Niederschlag (1400-1800 mm/Jahr) genutzt werden. Bewässerungskanäle oder Stauteiche anlegen. Wasserstand in der Blütephase konstant halten, 2-3 Wochen vor der Ernte Wasser ablassen zur Abreife des Korns.
Düngung: Grunddüngung vor der Aussaat mit Kompost oder gut verrottetem Stallmist (5-10 t/ha). Stickstoffdüngung in drei Gaben aufteilen: 1/3 bei Pflanzung, 1/3 beim Bestocken (4-5 Wochen nach Pflanzung), 1/3 vor der Blüte. NPK-Verhältnis 60-30-30 kg/ha empfohlen. Zinkmangel ist in paraguayischen Böden häufig – Blattdüngung mit Zinksulfat (0,5%) vorbeugend anwenden.
- Stickstoff (N)
- Phosphor (P)
- Kalium (K)
- Zink (Zn)
- Silizium (Si)
- Eisen (Fe)
Ernte und Verwendung
Ernte: Ernte ca. 100-140 Tage nach der Aussaat, je nach Sorte. In Paraguay typisch März bis April. Erntereife erkennbar wenn 80-85% der Körner goldgelb gefärbt sind und der Feuchtigkeitsgehalt ca. 20-25% beträgt. Ernte mit Sichel von Hand oder mit Mähdrescher bei größeren Flächen.
Verwendung: Körner nach dem Dreschen als Speisekorn (weißer oder brauner Reis), Reismehl, Reisstärke. Reisstroh als Tierfutter, Mulchmaterial oder zur Kompostierung. Reiskleie als wertvolles Nebenprodukt für Tierfutter oder Ölgewinnung. In Paraguay vielseitig in der lokalen Küche verwendet: Sopa paraguaya-Beilagen, Arroz con leche.
Lagerung: Erntegut auf unter 14% Feuchtigkeitsgehalt trocknen (Sonne oder Trockner). In luftdichten, kühlen und trockenen Behältern lagern. Geschälter Reis hält 1-2 Jahre, ungeschälter Reis (Rohreis) bis zu 3 Jahre. Vor Schädlingen (Rüsselkäfer) durch Lorbeerblätter oder Diatomeenerde schützen. Säcke auf Paletten lagern, nie direkt auf dem Boden.
Schädlinge und gute Nachbarn
- Reisstengelbohrer (Diatraea saccharalis): Befallene Stängel entfernen und vernichten. Biologische Kontrolle mit Trichogramma-Wespen. Neem-Extrakt (Azadirachtin) als Spritzbehandlung. Resistente Sorten bevorzugen.
- Reisblattstecher (Oebalus pugnax): Randstreifen mit blühenden Kräutern zur Förderung von Nützlingen anlegen. Gelbe Klebefallen zur Überwachung. Bei starkem Befall Pyrethrum-Präparate einsetzen.
- Reisbrand (Magnaporthe oryzae – Piricularia): Resistente Sorten verwenden (z.B. lokale paraguayische Sorten). Stickstoffdüngung nicht überdosieren. Kupferpräparate vorbeugend einsetzen. Saatgutbeizung mit Trichoderma-Präparaten.
- Reismilbe (Steneotarsonemus spinki): Befallene Pflanzen entfernen. Schwefelhaltige Akarizide bei starkem Befall. Feldhygiene und Fruchtfolge einhalten.
- Rattenbefall: Fallen aufstellen und regelmäßig kontrollieren. Reisfelder von Unkraut freihalten, das Verstecke bietet. Katzen als natürliche Räuber einsetzen. Felder in der Abreifephase beobachten.
- Wasservögel (Reisvögel/Dorado): Vogelscheuchen aufstellen und regelmäßig versetzen. Reflektierende Bänder über den Feldern spannen. Netze über kleinere Parzellen.
Kombinationspflanzen
- Bohnen (Phaseolus vulgaris)
- Wasserlinsen (Lemna minor) im Überflutungswasser
- Azolla (Wasserfarn als natürlicher Stickstoffdünger)
- Sojabohne (in Fruchtfolge)
- Mais (in Fruchtfolge, nicht gleichzeitig)
Besonderheit in Paraguay
Paraguay ist in Südamerika ein bedeutender Reisproduzent, besonders im Departamento Guairá und angrenzenden Regionen. Das subtropische Klima mit heißen, feuchten Sommern und milden Wintern ist ideal für Nassreisanbau. Lokale Sorten wie 'El Paso 144' und 'Cambará' sind gut an das Klima angepasst. Das IPTA (Instituto Paraguayo de Tecnología Agraria) in Capitán Miranda entwickelt regionale Sorten. Kleinbauern praktizieren häufig Trockenreisanbau (arroz de secano) auf den roten Böden ohne Überflutung. Doppelernte ist theoretisch möglich, aber eine Ernte pro Jahr ist die Norm. Die traditionelle Guaraní-Landwirtschaft integriert Reis in Mischkulturen. Verarbeitungsanlagen (Reismühlen) sind in Villarrica, der Hauptstadt von Guairá, vorhanden.