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Koriander

Heilkraut · Subtropengarten Paraguay

Koriander in Paraguay pflanzen

Coriandrum sativum

In der Region Guairá ist Koriander ('Cilantro') ein kulturell wichtiges Kraut, das in der lokalen Küche täglich verwendet wird.

Standort
sonnig
Pflanzzeit
März, April, Mai, Juni, Juli, August, September
Spanisch
Cilantro
Guarani
Kuruncho

Standort und Pflanzzeit

In Paraguay bevorzugt Koriander einen vollsonnigen Standort in der kühleren Trockenzeit. Während der heißen Sommermonate (Dezember–Februar) ist leichter Halbschatten am Nachmittag empfehlenswert, um das vorzeitige Schossen zu verlangsamen. Windgeschützte Lage ist vorteilhaft, da der zarte Stängel bei starken Winden bricht. In der Region Guairá eignen sich Ostlagen ideal, die morgens Sonne und nachmittags etwas Schatten erhalten.

Pflanzzeit: In Paraguay/Guairá wird Koriander hauptsächlich in der kühlen Trockenzeit (Otoño/Invierno) von März bis August ausgesät. Die optimale Keimtemperatur liegt zwischen 15–22 °C. Direktsaat an Ort und Stelle ist empfohlen, da Koriander Verpflanzen schlecht verträgt. In der Regenzeit (Oktober–Februar) schießt die Pflanze durch die Hitze zu schnell in die Samenbildung – ein Anbau ist dann sehr schwierig und wenig ertragreich. Gestaffelte Aussaat alle 3–4 Wochen sichert eine kontinuierliche Ernte.

Boden: Lockerer, gut durchlässiger, humusreicher Lehmboden mit einem pH-Wert von 6,2–6,8. In Paraguay sind viele Böden leicht sauer (pH 5,5–6,0) – eine Kalkung mit Calcário dolomítico ist empfehlenswert. Schwere Tonböden sollten mit Sand und Kompost aufgelockert werden, um Staunässe zu vermeiden. Gute Drainage ist essenziell.

Pflege

Bewässerung: Regelmäßige, gleichmäßige Bewässerung ist entscheidend – der Boden sollte stets leicht feucht, aber nie staunass sein. In der Trockenzeit (Juni–August) alle 2–3 Tage gießen. Staunässe unbedingt vermeiden, da Wurzelfäule droht. Tropfbewässerung oder Gießen am Morgen ist ideal, um Blattfeuchte und damit Pilzbefall zu reduzieren. Bei Temperaturen über 30 °C tägliches Gießen erforderlich.

Düngung: Koriander benötigt wenig Dünger. Vor der Aussaat Kompost oder gut verrotteten Mist in den Boden einarbeiten. Eine leichte Stickstoffgabe (z. B. verdünnter Wurmkompost-Tee) nach dem Auflaufen fördert das Blattwachstum. Überdüngung – besonders mit Stickstoff – führt zu intensivem Wachstum auf Kosten des Aromas. Organische Düngung alle 4 Wochen ist ausreichend. Keine Kunstdünger empfohlen.

  • Stickstoff (N)
  • Phosphor (P)
  • Kalium (K)
  • Magnesium (Mg)

Ernte und Verwendung

Ernte: Blätter können ab einer Pflanzenhöhe von 15–20 cm geerntet werden, ca. 3–4 Wochen nach der Aussaat. Immer nur die äußeren Blätter entnehmen, damit die Pflanze weiterwächst. Samen (für Gewürz oder Neussaat) werden geerntet, wenn die Dolden braun und trocken sind, ca. 90–120 Tage nach der Aussaat. In der Guairá-Region ist die Blatternte von Mai bis Oktober möglich.

Verwendung: Frische Blätter und Stängel werden in der paraguayischen und internationalen Küche vielseitig eingesetzt: Salsas, Ceviche, Soups (Sopa Paraguaya als Ergänzung), Chimichurri-Variationen. Die Samen dienen als Gewürz und in der Naturheilkunde (Verdauungsförderung, Blähungen). Wurzeln werden in der asiatischen Küche verwendet. Koriander ist in Paraguay als 'Cilantro' fester Bestandteil frischer Soßen.

Lagerung: Frische Blätter im Kühlschrank in einem Glas Wasser (wie Blumen) bis zu 1 Woche haltbar. Alternativ in feuchtem Küchenpapier einwickeln. Einfrieren möglich (vorher waschen und trocknen). Samen an einem trockenen, dunklen Ort in luftdichten Behältern bis zu 1 Jahr lagern. In Paraguay bei hoher Luftfeuchtigkeit Samen gut trocknen lassen, bevor sie gelagert werden.

Schädlinge und gute Nachbarn

  • Blattläuse (Pulgones): Befallene Pflanzenteile mit starkem Wasserstrahl abspülen. Neem-Öl-Lösung (5 ml/Liter Wasser) sprühen. Marienkäfer als natürliche Feinde fördern. Bei starkem Befall: Kaliseife-Lösung.
  • Echter Mehltau (Oídio): Luftzirkulation verbessern, Pflanzabstand erhöhen. Kaliumbicarbonat-Lösung sprühen. Morgens gießen, Blattfeuchte vermeiden. Befallene Pflanzen sofort entfernen.
  • Alternaria-Blattfleckenkrankheit: Überirdische Bewässerung vermeiden. Zertifiziertes Saatgut verwenden. Befallene Blätter sofort entfernen. Kupferfungizid (Caldo Bordelês) als Vorbeugung in der Regenzeit.
  • Raupen/Schmetterlingslarven (Lagartas): Handabsammeln bei kleinem Befall. Bacillus thuringiensis (Bt)-Präparat sprühen. Netz-Abdeckung der Beete als Vorbeugung.
  • Wanzen (Chinches): Neem-Öl-Spritzung. Unkraut in der Umgebung entfernen. Pyrethrum-basierte Naturpräparate bei starkem Befall.

Kombinationspflanzen

  • Tomate
  • Paprika (Morrón)
  • Zwiebeln
  • Basilikum
  • Salat
  • Karotten
  • Spinat

Besonderheit in Paraguay

In der Region Guairá ist Koriander ('Cilantro') ein kulturell wichtiges Kraut, das in der lokalen Küche täglich verwendet wird. Die größte Herausforderung im paraguayischen Klima ist die extreme Hitze und Feuchtigkeit in der Sommerregenzeit, die das Schossen (Bolting) extrem beschleunigt – Pflanzen blühen innerhalb von 2–3 Wochen, wenn Temperaturen über 28 °C steigen. Hitzetolerante Sorten wie 'Slow Bolt' oder lokal adaptierte Sorten sind zu bevorzugen. In Paraguay wird Koriander oft in Töpfen auf schattigen Terrassen angebaut, um die Wachstumsperiode zu verlängern. Lokale Kleinbauern nutzen teilweise die natürliche Selbstaussaat für eine kontinuierliche Versorgung.