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Kichererbse

Gemuese · Subtropengarten Paraguay

Kichererbse in Paraguay pflanzen

Cicer arietinum

In der Region Guairá ist der Anbau von Kichererbsen durch das subtropische Klima anspruchsvoll, aber in der Trockenzeit (Otoño/Invierno) gut möglich.

Standort
sonnig
Pflanzzeit
April, Mai, Juni, Juli
Spanisch
Garbanzo
Guarani
Garbanzo

Standort und Pflanzzeit

Volle Sonne mit mindestens 6-8 Stunden direkter Sonneneinstrahlung pro Tag. In der Region Guairá ideal auf leicht erhöhten, gut belüfteten Flächen pflanzen, um Staunässe zu vermeiden. Schutz vor starken Westwinden empfehlenswert, da diese in der Trockenzeit Stress verursachen können.

Pflanzzeit: In Paraguay werden Kichererbsen in der kühlen Trockenzeit von April bis Juli gesät. Der optimale Zeitraum ist Mai bis Juni, wenn die Temperaturen auf 20-28°C sinken und die Regenzeit nachlässt. Kichererbsen vertragen keine Temperaturen über 35°C während der Blüte und keine Staunässe. Eine Aussaat im April birgt noch Restrisiko durch späte Regenfälle, während eine Aussaat im Juli die Ernte in die beginnende Regenzeit verschieben kann.

Boden: Durchlässige, sandige bis lehmige Böden mit pH 6,0-7,5. In Guairá typische rötliche Lateritböden (Oxisole) eignen sich gut, sollten aber mit organischem Material angereichert werden. Schwere Tonböden mit schlechter Drainage sind ungeeignet. Bodenlockerung auf 30 cm Tiefe vor der Aussaat empfohlen. Salzige oder übermäßig feuchte Böden vermeiden.

Pflege

Bewässerung: Kichererbsen sind sehr trockenheitsresistent und benötigen mäßige Bewässerung. Nach der Aussaat regelmäßig feucht halten bis zur Keimung (7-10 Tage). Danach nur bei anhaltender Trockenheit bewässern (alle 10-14 Tage). Während der Blüte und Hülsenbildung gleichmäßige Feuchtigkeit wichtig. Staunässe unbedingt vermeiden – führt zu Wurzelfäule. Tropfbewässerung wird empfohlen.

Düngung: Kichererbsen sind Leguminosen und binden Luftstickstoff über Rhizobium-Bakterien – daher wenig Stickstoffdüngung nötig. Vor der Aussaat Boden mit Kompost oder gut verrottetem Mist anreichern. Saatgut idealerweise mit Rhizobium-Impfstoff (Inokulant) behandeln, besonders bei Erstanbau auf dem Feld. Eine Gabe Superphosphat (50-60 kg/ha) und Kaliumsulfat bei der Aussaat fördert Wurzel- und Hülsenentwicklung. Keinen Stickstoffdünger während der Wachstumsphase geben.

  • Phosphor
  • Kalium
  • Kalzium
  • Molybdän
  • Rhizobium-Bakterien (Stickstoffbindung)

Ernte und Verwendung

Ernte: 90-120 Tage nach der Aussaat, typischerweise August bis Oktober. Ernte beginnt, wenn die Hülsen sich bräunlich-gelb verfärben und die Pflanze zu vertrocknen beginnt. Für Frischkonsum (Chícharo verde) können grüne Hülsen ab Tag 70-80 geerntet werden.

Verwendung: Reife getrocknete Samen für Hummus, Eintöpfe (Locro, Puchero), Suppen und gekeimte Sprossen. Grüne Hülsen als Gemüse ähnlich wie Erbsen. Kichererbsenmehl (Gramul) als glutenfreie Alternative. In Paraguay traditionell in Suppen und Eintöpfen verwendet. Junge Blätter und Triebe sind essbar als Salatzutat.

Lagerung: Getrocknete Samen bei unter 15% Restfeuchte in luftdichten Behältern (Gläser, Säcke) kühl und trocken bis zu 12 Monate lagern. In Paraguays feuchtem Klima besonders auf gute Trocknung achten (Sonnentrocknung 5-7 Tage). Vor der Lagerung auf Schimmel und Schädlingsbefall prüfen. Vakuumverpackung verlängert die Haltbarkeit erheblich.

Schädlinge und gute Nachbarn

  • Blattläuse (Aphis craccivora): Biologische Bekämpfung mit Neemöl-Lösung (5 ml/L Wasser) oder Kaliseifenlösung. Nützlinge wie Marienkäfer fördern. Bei starkem Befall Pyrethrin-basierte Mittel einsetzen.
  • Kichererbsen-Hülsenbohrer (Helicoverpa armigera): Hauptschädling in Paraguay! Bacillus thuringiensis (Bt) als biologisches Mittel einsetzen. Pheromonfallen zur Überwachung aufstellen. Bei starkem Befall zugelassene Insektizide (Spinosad) verwenden. Frühe Aussaat verringert Befall.
  • Fusarium-Welke (Fusarium oxysporum): Fruchtfolge von mindestens 3 Jahren einhalten. Resistente Sorten verwenden. Saatgut mit Trichoderma behandeln. Drainage verbessern und Bewässerung reduzieren.
  • Ascochyta-Blattfleckenkrankheit (Ascochyta rabiei): In der feuchten Trockenzeit von Guairá relevant. Saatgut desinfizieren, Pflanzenabstände erhöhen für bessere Luftzirkulation. Kupferhaltige Fungizide bei ersten Symptomen einsetzen.
  • Weißfliege (Bemisia tabaci): Gelbe Klebefallen aufhängen. Neemöl-Spray alle 7-10 Tage. Natürliche Feinde (Parasitierungswespen) fördern. Befallene Pflanzenteile entfernen.

Kombinationspflanzen

  • Mais (Zea mays)
  • Karotten (Daucus carota)
  • Spinat (Spinacia oleracea)
  • Senf (Sinapis alba) als Gründüngung
  • Zwiebeln (Allium cepa)
  • Fenchel vermeiden (hemmt Wachstum)

Besonderheit in Paraguay

In der Region Guairá ist der Anbau von Kichererbsen durch das subtropische Klima anspruchsvoll, aber in der Trockenzeit (Otoño/Invierno) gut möglich. Die hohe Luftfeuchtigkeit auch in der Trockenzeit erhöht das Risiko für Pilzkrankheiten – gute Luftzirkulation ist essenziell. Kichererbsen verbessern als Leguminose die Bodenqualität der oft ausgelaugten paraguayischen Böden. In Paraguay sind sie als 'Garbanzo' bekannt und werden traditionell im 'Puchero paraguayo' verwendet. Der Markt für Kichererbsen wächst, da das Interesse an pflanzlichem Protein zunimmt. Lokale Kleinbauern nutzen sie zunehmend als Zwischenfrucht zur Bodenverbesserung.