
Gemuese · Subtropengarten Paraguay
Flügelbohne in Paraguay pflanzen
Psophocarpus tetragonolobus
Die Flügelbohne ist hervorragend an das subtropische Klima Paraguays angepasst und gedeiht in der Region Guairá besonders gut dank der hohen.
- Standort
- sonnig
- Pflanzzeit
- September, Oktober, November, Februar, März
- Spanisch
- Frijol Alado
- Guarani
- Kumanda membykua
Standort und Pflanzzeit
Volle Sonne mit mindestens 6-8 Stunden direkter Sonneneinstrahlung täglich. In der Region Guairá ideal an warmen, windgeschützten Standorten. Verträgt die hohe Luftfeuchtigkeit Ostparaguays sehr gut. Rankhilfe oder Zaun von 1,5-2 m Höhe unbedingt erforderlich, da die Pflanze stark klettert.
Pflanzzeit: In Paraguay empfiehlt sich die Hauptpflanzzeit von September bis November (Frühjahr/Sommer), wenn die Bodentemperatur dauerhaft über 20°C liegt. Eine zweite Pflanzung ist von Februar bis März möglich. Die Flügelbohne liebt Kurztagsbedingungen zur Blütenbildung, was in Paraguay ab März/April natürlich eintritt. Samen vor dem Einpflanzen 12-24 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen.
Boden: Tiefgründiger, gut drainierter Lehmboden mit leicht saurem bis neutralem pH-Wert von 5,5-7,0. Die roten Lateritböden Ostparaguays (terra roxa) sind nach Kompostergänzung gut geeignet. Staunässe unbedingt vermeiden. Bodenlockerung auf 30-40 cm Tiefe vor der Pflanzung empfohlen, da die Knollenwurzeln Platz benötigen.
Pflege
Bewässerung: Regelmäßige, gleichmäßige Bewässerung ist wichtig, jedoch keine Staunässe. In der Trockenzeit (Juni-August) zweimal wöchentlich tief wässern. Während der Regenzeit (November-März) reicht der natürliche Niederschlag in Guairá meist aus. Mulchschicht von 5-8 cm reduziert den Wasserbedarf erheblich und schützt die flachen Wurzeln.
Düngung: Als Leguminose bindet die Flügelbohne selbst Luftstickstoff über Rhizobien-Bakterien. Vor der Pflanzung Boden mit Kompost anreichern (3-5 kg/m²). Impfung der Samen mit Rhizobium-Impfstoff empfohlen. Phosphordünger (Superphosphat) bei der Pflanzung einarbeiten. Während der Wachstumsphase monatlich mit Holzasche (Kalium) düngen. Stickstoffdüngung vermeiden, da dies Blattmasse auf Kosten der Hülsen fördert.
- Stickstoff (N)
- Phosphor (P)
- Kalium (K)
- Kalzium (Ca)
- Molybdän (Mo)
Ernte und Verwendung
Ernte: Junge Hülsen sind 6-8 Wochen nach der Aussaat erntereif, wenn sie 10-15 cm lang und noch zart-grün sind. Bei Vollreife der Samen weitere 3-4 Wochen warten. Knollen können nach 4-6 Monaten gegraben werden. Blätter und Blüten können laufend geerntet werden.
Verwendung: Alle Pflanzenteile sind essbar: Junge Hülsen (wie grüne Bohnen), reife Samen (gekocht oder geröstet, hoher Proteingehalt ~40%), Blätter (als Spinatersatz), Blüten (als Salatzutat), Knollen (wie Kartoffeln zubereitet) und gekeimte Samen. Sehr nährstoffreich – wird als 'Wunderbohne' der Tropen bezeichnet.
Lagerung: Frische Hülsen im Kühlschrank 3-5 Tage haltbar. Reife Samen getrocknet und luftdicht in kühlem, trockenem Raum bis zu 12 Monate lagerbar. Blüten und Blätter möglichst frisch verbrauchen. Knollen kühl und dunkel bis zu 2 Wochen lagern.
Schädlinge und gute Nachbarn
- Blattläuse (Áfidos): Befallene Triebe mit starkem Wasserstrahl abspritzen. Neemöl-Spray (2%) alle 7 Tage. Nützlinge wie Marienkäfer fördern.
- Bohnenmotte / Hülsenbohrer (Maruca vitrata): In Paraguay häufig. Befallene Hülsen sofort entfernen und vernichten. Bacillus thuringiensis (Bt) als biologisches Insektizid einsetzen. Engmaschige Netze als Schutz.
- Spinnmilben (Araña roja): In Trockenperioden verstärkt auftreten. Regelmäßige Blattkontrolle. Behandlung mit Neemöl oder Knoblauch-Chilipfeffer-Spray. Luftfeuchtigkeit erhöhen.
- Weißfliege (Mosca blanca): Gelbe Klebefallen aufhängen. Neemöl-Behandlung. Befallene Blätter entfernen. Basilikum als Begleitpflanze wirkt abschreckend.
- Wurzelfäule (Phytophthora): Staunässe vermeiden. Hochbeet oder Hügelbeet anlegen. Befallene Pflanzen sofort entfernen. Boden mit Trichoderma harzianum behandeln.
Kombinationspflanzen
- Mais (als natürliche Rankhilfe)
- Kürbis
- Papaya
- Süßkartoffel
- Basilikum
- Chili
- Okra
- Ingwer
Besonderheit in Paraguay
Die Flügelbohne ist hervorragend an das subtropische Klima Paraguays angepasst und gedeiht in der Region Guairá besonders gut dank der hohen Luftfeuchtigkeit und Wärme. Sie ist eine der proteinreichsten Hülsenfrüchte (vergleichbar mit Soja) und könnte zur Ernährungssicherheit in Paraguay beitragen. Die Pflanze schützt den Boden durch dichte Beschattung vor Erosion und verbessert die Bodenfruchtbarkeit durch Stickstoffbindung. Lokale Märkte kennen sie kaum – sie bietet daher eine interessante Nischenmarktchance. Die natürlichen Kurztagsverhältnisse ab März in Paraguay lösen die Blütenbildung optimal aus.