
Heilkraut · Subtropengarten Paraguay
Geflügelter Blutweiderich in Paraguay pflanzen
Cuphea carthagenensis
Cuphea carthagenensis ist in Paraguay als Wildpflanze weit verbreitet und gilt als Unkraut auf Feldern und Wegrändern – was ihre Robustheit und.
- Standort
- sonnig
- Pflanzzeit
- August, September, Oktober, März
- Spanisch
- Siete Sangrías
- Guarani
- ?
Standort und Pflanzzeit
Bevorzugt volle Sonne bis Halbschatten. In der Region Guairá ideal an offenen, feuchten Standorten wie Wegrändern, Gartenbeeten oder leicht beschatteten Waldrändern. Verträgt die intensive subtropische Sonneneinstrahlung gut, profitiert jedoch von leichtem Nachmittagsschatten in den heißesten Monaten (Dezember–Februar), wenn Temperaturen über 38 °C erreicht werden.
Pflanzzeit: In Paraguay am besten am Ende der Trockenzeit bzw. zu Beginn der Regenzeit aussäen (August–Oktober), wenn die Böden sich erwärmen und erste Niederschläge einsetzen. Eine zweite Pflanzung im März ist nach dem Höhepunkt der Sommerhitze möglich. Die Pflanze ist ein selbstaussäender Jahres- oder Kurzlebiger Mehrjähriger und etabliert sich in Guairá oft von selbst entlang feuchter Flächen.
Boden: Gedeiht auf verschiedenen Bodentypen, auch auf den roten Lateritböden (Terra Roxa) Ostparaguays. Bevorzugt leicht feuchte, gut durchlässige Böden mit leicht saurem bis neutralem pH-Wert (5,5–7,0). Verträgt gelegentliche Überschwemmungen kurzfristig, mag aber keine dauerhaft vernässten Standorte.
Pflege
Bewässerung: Regelmäßige Bewässerung in der Trockenzeit (Mai–September) notwendig, ca. 2–3 Mal pro Woche. Während der Regenzeit (Oktober–April) reicht natürlicher Niederschlag meist aus. Staunässe vermeiden, aber der Boden sollte gleichmäßig feucht gehalten werden. Mulchen hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten.
Düngung: Anspruchslose Pflanze, die auf nährstoffarmen Böden wächst. Ein leichter Kompostdünger bei der Pflanzung (ca. 2–3 Liter Kompost pro m²) ist ausreichend. Kein intensiver Mineraldünger nötig – Überdüngung fördert Blattwachstum auf Kosten der Blüten und Heilwirkung. Alle 6–8 Wochen eine Gabe organischen Flüssigdüngers (verdünnter Wurmtee oder Komposttee) ist optional.
- Stickstoff (N)
- Phosphor (P)
- Kalium (K)
- Magnesium (Mg)
Ernte und Verwendung
Ernte: Blätter und blühende Triebspitzen können ab dem 2. Monat nach der Aussaat kontinuierlich geerntet werden. Hauptblütezeit in Guairá: Oktober bis April. Ernte am besten morgens nach dem Verdunsten des Taus.
Verwendung: Traditionell in der paraguayischen und guaranitischen Volksmedizin verwendet: Blätter als Tee (Aufguss) bei Hauterkrankungen, Wunden, Entzündungen und als harntreibendes Mittel. Äußerlich als Umschlag bei infizierten Hautstellen. In der Forschung zeigen Extrakte antibakterielle und entzündungshemmende Eigenschaften. Auch als Zierpflanze in Beeten und Töpfen attraktiv durch kleine lila-rosafarbene Blüten.
Lagerung: Frische Blätter können 3–5 Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Zum Trocknen Triebe bündeln und kopfüber an einem schattigen, gut belüfteten Ort aufhängen (5–7 Tage). Getrocknetes Material in luftdichten Gläsern, vor Licht geschützt, bis zu 12 Monate haltbar.
Schädlinge und gute Nachbarn
- Blattläuse (Pulgones): Befallene Triebe mit Wasser abspritzen. Neemöl-Lösung (5 ml/Liter Wasser) sprühen. Marienkäfer als natürliche Feinde fördern.
- Weiße Fliege (Mosca blanca / Bemisia tabaci): Gelbfallen aufstellen. Neemöl- oder Knoblauchspray anwenden. Befallene Pflanzen von gesunden trennen.
- Raupen / Schmetterlingslarven: Handabsammeln in den frühen Morgenstunden. Bei starkem Befall Bacillus thuringiensis (Bt)-Präparat einsetzen.
- Wurzelfäule (Pythium spp.): Ursache ist meist Staunässe. Drainage verbessern, Gießmenge reduzieren. Befallene Pflanzen entfernen und Boden mit Trichoderma-Präparat behandeln.
Kombinationspflanzen
- Basilikum (Ocimum basilicum)
- Ringelblume (Calendula officinalis)
- Süßkartoffel als Bodendecker
- Papaya (Carica papaya) als Überschirmung
- Chili (Capsicum spp.)
- Zitronengras (Cymbopogon citratus)
Besonderheit in Paraguay
Cuphea carthagenensis ist in Paraguay als Wildpflanze weit verbreitet und gilt als Unkraut auf Feldern und Wegrändern – was ihre Robustheit und Anpassungsfähigkeit an das subtropische Klima Ostparaguays unterstreicht. In der indigenen Guaraní-Medizin hat sie eine lange Tradition als Wundkraut ('hierba del cáncer' bezieht sich auf Hautkrebsgeschwüre, nicht auf Krebs im modernen Sinn). In der Region Guairá wird sie von Curanderos (Kräuterheilern) noch heute verwendet. Sie ist sehr resistent gegenüber Hitze und kurzen Trockenphasen und benötigt kaum Pflege. Besonders nützlich als Bodendecker und zur Bienenweide in Mischkulturgärten.