
Zierpflanze · Subtropengarten Paraguay
Blumenrohr in Paraguay pflanzen
Canna indica
Das Blumenrohr ist in Paraguay und ganz Suedamerika beheimatet und gilt als echte einheimische Wildpflanze.
- Standort
- sonnig
- Pflanzzeit
- August, September, Oktober
- Spanisch
- Caña de India
- Guarani
- Avatí pytã
Standort und Pflanzzeit
Bevorzugt vollsonnige Standorte mit mindestens 6-8 Stunden direkter Sonneneinstrahlung pro Tag. In der Region Guaira ideal an geschuetzten Stellen mit Schutz vor starken Suedwinden (Sudestadas). Vertraegt die intensive paraguayische Sommersonne gut, kann aber in extremer Trockenheit bei Westexposition Blattschaeden zeigen. Geeignet fuer Gaerten, Terrassen und als Randbepflanzung.
Pflanzzeit: In Paraguay werden Blumenrohr-Rhizome am besten gegen Ende des Winters bzw. Beginn des Fruehlings (August bis Oktober) gepflanzt, wenn die Temperaturen wieder steigen und Froeste unwahrscheinlich werden. In Guaira kann aufgrund der milden Temperaturen auch ganzjaehrig gepflanzt werden, jedoch liefert die Pflanzung im Fruehjahr die kraeftigsten Pflanzen. Waehrend der Regenzeit (November bis Maerz) wachsen sie explosionsartig.
Boden: Gedeiht am besten in lockerem, naehrstoffreichem, gut durchlaessigem Boden mit einem pH-Wert von 6,0 bis 7,0. In Guaira sind die roterdigen Lateritboeden (Terra Roxa) gut geeignet, sollten aber mit organischem Material angereichert werden. Schwere Tonerden muessen mit Sand und Kompost aufgelockert werden, um Staunasse zu vermeiden. Blumenrohr toleriert leicht feuchte Boeden nahe Wasserlaeufen, nicht jedoch dauerhaft ueberstaute Bereiche.
Pflege
Bewässerung: Regelmaessige und gleichmaessige Bewaesserung ist wichtig, besonders in der Trockenzeit (Mai bis September). In der Regenzeit (November bis Maerz) ist natuerlicher Niederschlag meist ausreichend. Staunasse vermeiden, da Rhizome sonst faulen. Tiefes, seltenes Giessen foerdert tiefes Wurzelwachstum. In der heissen Trockenzeit (Agosto/September) 2-3 Mal pro Woche giessen. Mulchen um die Pflanze herum reduziert Wasserverlust erheblich.
Düngung: Vor der Pflanzung gut verrotteten Kompost oder Stallmist in den Boden einarbeiten. Waehrend der Wachstumsphase (September bis Maerz) alle 4-6 Wochen mit einem ausgewogenen NPK-Duenger (z.B. 10-10-10) duengen. Zur Bluetefoerderung auf einen kalium- und phosphorbetonten Duenger wechseln (z.B. 5-10-10). Organische Duengung mit Bokashi oder Wurmkompost ist ideal und beugt Naehrstoffmangel im tropischen Boden vor.
- Stickstoff (N)
- Phosphor (P)
- Kalium (K)
- Magnesium (Mg)
- Eisen (Fe)
Ernte und Verwendung
Ernte: Bluete von Oktober bis April (Hauptbluetezeit in der Regenzeit). Rhizome koennen nach 3-4 Jahren geteilt werden, idealerweise in der Trockenzeit (Mai bis Juli), wenn die Pflanze in halbem Ruhezustand ist. Samen koennen nach der Bluete geerntet werden.
Verwendung: Primaer als Zierpflanze fuer Gaerten und Parks. Schnittblumen fuer Vasendekoration. Rhizome und junge Triebe sind essbar und wurden traditionell als Nahrungsmittel genutzt (staerkehaltige Rhizome aehnlich wie Kartoffeln). Blaetter eignen sich als Verpackungsmaterial fuer traditionelle Lebensmittel. In der Volksmedizin werden Blaetter und Wurzeln eingesetzt.
Lagerung: Schnittblumen halten in der Vase ca. 5-7 Tage. Rhizome zur Vermehrung nach dem Teilen an einem schattigen, luftigen Ort 1-2 Tage antrocknen lassen, dann direkt einpflanzen oder in trockenem Sand oder Saegemehl kuehl (aber frostfrei) lagern. In Paraguay ist eine Lagerung im Freien moeglich, da Froeste in Guaira sehr selten auftreten.
Schädlinge und gute Nachbarn
- Blattrollraupen (Canna-Blattroller / Musa-Wickler): Befallene Blatttueten von Hand entfernen und vernichten. Biologische Behandlung mit Bacillus thuringiensis (Bt). Bei starkem Befall Neem-Oel-Loesung (2%) spritzen. Regelmaessige Kontrolle der Blaetter.
- Blattlaeuse (Pulgones): Mit Wasserstrahl abspritzen. Behandlung mit Neem-Oel oder Seifenloesung (1-2% Kaliseife). Foerderung von Nützlingen wie Marienkaefer. Bei starkem Befall systemische Insektizide als letzte Option.
- Spinnmilben (Araña roja): Vor allem in der Trockenzeit problematisch. Regelmaessiges Bespritzen der Blattunterseiten mit Wasser. Neem-Oel-Behandlung alle 7-10 Tage. Erhoehte Luftfeuchtigkeit durch Mulchen und Bewaesserung reduziert Befall.
- Rhizomfaeule (Fusarium/Erwinia): Staunasse vermeiden. Befallene Rhizome sofort entfernen und entsorgen. Boden mit Trichoderma-Praeparaten behandeln. Pflanzabstand erhoehen fuer bessere Luftzirkulation. Nur gesunde Rhizome zur Vermehrung verwenden.
- Schnecken und Nacktschnecken (Babosas): In der Regenzeit besonders aktiv. Schneckenkorn (eisenphosphatbasiert) um die Pflanzen auslegen. Fallen aus Bier aufstellen. Eierschalten oder Kiesel als physische Barrieren. Morgens oder abends von Hand aufsammeln.
- Weisse Fliege (Mosca blanca / Bemisia tabaci): Gelbe Klebefallen aufhaengen. Unterblaetter mit Neem-Oel oder Seifenloesung behandeln. Reflektierende Mulchfolien verwenden. Biologische Kontrolle mit Encarsia formosa moeglich.
Kombinationspflanzen
- Heliconia
- Ingwer (Jengibre)
- Bananenstaude (Banana)
- Zitronengras (Pasto limon)
- Hibiskus (Hibisco)
- Papyrus (Papiro)
- Maranta
- Taro (Mandioca'i)
- Portulak (Verdolaga)
- Lantana
Besonderheit in Paraguay
Das Blumenrohr ist in Paraguay und ganz Suedamerika beheimatet und gilt als echte einheimische Wildpflanze. In Guaira findet man Canna indica haeufig wild an Bachufern, Wegstraenden und in Waldraendern. Durch das subtropische Klima mit heissen, feuchten Sommern und milden Wintern wachsen Blumenrohre in Paraguay deutlich kraeeftiger und bluetenreicher als in gemaessigten Zonen. Die Pflanzen muessen in der Region Guaira normalerweise nicht eingegraben werden, da Froeste selten und mild sind. Traditionell nutzen Guarani-Gemeinden die Pflanze als Nahrungsquelle und Heilmittel. In der paraguayischen Volksmedizin (Pynandi-Heilkunde) werden Blaetter als entzuendungshemmende Umschlaege verwendet. Aufgrund der langen Wachstumssaison koennen Exemplare in Paraguay riesige Hoehen von 2-3 Metern erreichen.