
Heilkraut · Subtropengarten Paraguay
Strophanthus in Paraguay pflanzen
Strophanthus gratus
Strophanthus gratus gedeiht im feucht-tropischen Klima der Region Guaira gut und kann als ausdauernder Kletterstrauch mehrere Meter Höhe erreichen.
- Standort
- sonnig
- Pflanzzeit
- September, Oktober, November
- Spanisch
- Estrofanto
- Guarani
- Estrofanto
Standort und Pflanzzeit
Bevorzugt vollsonnige bis leicht halbschattige Lagen in der Region Guaira. Geschützte Standorte an Mauern oder Zäunen sind ideal, da die Pflanze als Kletterpflanze wächst. Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit des paraguayischen Klimas werden gut vertragen. Schutz vor starken Winden empfehlenswert.
Pflanzzeit: Aussaat oder Stecklingspflanzung am besten im Frühjahr Paraguays (September bis November), wenn Temperaturen zwischen 22–30 °C liegen und Frostgefahr ausgeschlossen ist. Samen benötigen warme Keimbedingungen (mind. 24 °C). Direktaussaat ins Freiland oder Voranzucht in Töpfen möglich.
Boden: Tiefgründiger, gut drainierter, leicht saurer bis neutraler Boden (pH 5,5–6,8). Lehmig-sandige Böden mit hohem Humusanteil sind ideal. Typische rote Lateritböden Paraguays (suelo colorado) sollten mit organischer Substanz und Sand verbessert werden, um Staunässe zu vermeiden.
Pflege
Bewässerung: Regelmäßige, gleichmäßige Bewässerung, jedoch keine Staunässe. In der Trockenzeit (Mai–August) wöchentlich tief wässern. In der Regenzeit (Oktober–März) natürlichen Niederschlag nutzen, Drainage sicherstellen. Jungpflanzen benötigen häufigere Bewässerung.
Düngung: Zu Beginn der Wachstumsphase (September–November) organischen Kompost einarbeiten. Alle 4–6 Wochen mit ausgewogenem NPK-Dünger (10-10-10) düngen. Magnesiumsulfat (Bittersalz) bei Gelbfärbung der Blätter ausbringen. Überdüngung mit Stickstoff vermeiden, da sonst übermäßiges Blattwachstum auf Kosten der Blütenbildung erfolgt.
- Stickstoff (N)
- Phosphor (P)
- Kalium (K)
- Magnesium (Mg)
- Eisen (Fe)
Ernte und Verwendung
Ernte: Samen reifen in länglichen, hornartigen Hülsenfrüchten (Follizeln) typischerweise 6–12 Monate nach der Blüte. Ernte wenn die Follikel beginnen aufzuplatzen (Trockenzeit, ca. Juni–August). Rinde kann ganzjährig in kleinen Mengen geerntet werden.
Verwendung: ACHTUNG: Stark giftige Pflanze! Alle Pflanzenteile, besonders die Samen, enthalten Strophanthin (ein Herzglykosid). Ausschließlich medizinisch-wissenschaftliche Verwendung unter Fachaufsicht. Historisch zur Herstellung von Pfeilgiften und als Herzmedikament (Kardiotonikum) genutzt. Keinerlei Eigenanwendung oder orale Einnahme ohne ärztliche Aufsicht!
Lagerung: Getrocknete Samen kühl, trocken und lichtgeschützt in fest verschlossenen, beschrifteten Behältern lagern. Stets außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren aufbewahren. Bei der Ernte Schutzhandschuhe und Augenschutz tragen – Hautkontakt und Staubinhalation vermeiden.
Schädlinge und gute Nachbarn
- Blattläuse (Áfidos): Befallene Triebe mit Wasser abspritzen oder Neemöl-Lösung (5 ml/L) aufsprühen. Natürliche Feinde wie Marienkäfer fördern.
- Spinnmilben (Arañas rojas): Regelmäßiges Besprühen der Blattunterseiten mit Wasser erhöht die Luftfeuchtigkeit. Bei starkem Befall Neemöl oder Schwefelhaltige Mittel einsetzen.
- Wurzelfäule (Pudrición de raíz): Staunässe vermeiden, Drainage verbessern. Befallene Wurzeln entfernen, Boden mit Trichoderma-Präparaten behandeln.
- Schmierläuse (Cochinillas harinosas): Alkohol-getränkte Wattestäbchen zur Einzelbekämpfung oder Neem-Extrakt-Spritzung alle 7 Tage bis Befall abklingt.
Kombinationspflanzen
- Hibiscus rosa-sinensis (Hibisco)
- Passiflora edulis (Maracuyá)
- Alpinia zerumbet (Jengibre ornamental)
- Heliconia spp.
Besonderheit in Paraguay
Strophanthus gratus gedeiht im feucht-tropischen Klima der Region Guaira gut und kann als ausdauernder Kletterstrauch mehrere Meter Höhe erreichen. Die Pflanze ist in Paraguay nicht heimisch, verträgt aber die subtropischen Bedingungen gut. WICHTIGER HINWEIS: Strophanthus ist eine der giftigsten Nutzpflanzen überhaupt. In Paraguay unterliegt der Anbau und die Verarbeitung strengen Vorschriften. Der Anbau sollte ausschließlich zu wissenschaftlichen oder medizinischen Zwecken unter behördlicher Genehmigung erfolgen. Kontakt mit dem Ministerio de Salud Pública (MSPBS) und dem SENAVE (Pflanzenbehörde) vor dem Anbau empfohlen.