
Heilkraut · Subtropengarten Paraguay
Tagblume in Paraguay pflanzen
Commelina erecta
Die Flor de Santa Lucía ist in Paraguay eine weit verbreitete und tief in der Volksmedizin verwurzelte Heilpflanze, besonders in ländlichen Gebieten der.
- Standort
- sonnig
- Pflanzzeit
- September, Oktober, November, Februar, März
- Spanisch
- Flor de Santa Lucía
- Guarani
- Tatajyvá
Standort und Pflanzzeit
Gedeiht hervorragend in halbschattigen Lagen unter Bäumen oder an Gebäudeseiten mit Morgen- oder Abendsonne. In der Region Guairá ideal an der Ost- oder Westseite positionieren, da die intensive Mittagssonne Paraguays die Blätter versengen kann. Verträgt jedoch auch vollsonnige Standorte wenn ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist.
Pflanzzeit: In Paraguay am besten zu Beginn der Regenzeit (September–November) pflanzen, wenn die Böden sich erwärmen und ausreichend Niederschlag vorhanden ist. Eine zweite Pflanzperiode ist im späten Sommer (Februar–März) möglich. Vermehrung hauptsächlich durch Stecklinge oder Teilung der Wurzeln, die schnell anwachsen. Samen keimen bei Temperaturen zwischen 20–28°C zuverlässig.
Boden: Bevorzugt lockere, humose und gut drainierte Böden mit leicht saurem bis neutralem pH (5,5–7,0). Die roten Lateritböden (suelo colorado) Paraguays sind gut geeignet, sollten aber mit Kompost angereichert werden. Verträgt sandige bis lehmige Böden, jedoch keine verdichteten oder tonreichen Böden ohne Drainage.
Pflege
Bewässerung: Regelmäßige Bewässerung erforderlich, aber Staunässe unbedingt vermeiden. In der Trockenzeit (Mai–August) 2–3x pro Woche gießen, in der Regenzeit natürlichen Niederschlag nutzen. Die Pflanze zeigt bei Trockenstress schnell welkende Blätter, erholt sich aber rasch nach Bewässerung. Mulchschicht um die Basis hilft, Feuchtigkeit zu konservieren.
Düngung: Alle 4–6 Wochen mit einem ausgewogenen organischen Dünger (NPK 10-10-10) versorgen. Kompost aus lokalen Materialien (Zuckerrohrtrester, Rindermist) als Grunddüngung beim Pflanzen einarbeiten. Überdüngung mit Stickstoff vermeiden, da die Pflanze sonst viele Blätter, aber wenige Blüten produziert. In der Trockenzeit Düngung reduzieren.
- Stickstoff (N)
- Phosphor (P)
- Kalium (K)
- Eisen (Fe)
- Magnesium (Mg)
Ernte und Verwendung
Ernte: Blätter und Stängel können ganzjährig geerntet werden, bevorzugt morgens. Blüten erscheinen hauptsächlich in den Monaten September bis März und öffnen sich typischerweise nur am Vormittag.
Verwendung: Traditionell in Paraguay als Heilpflanze bei Augenentzündungen (namensgebend nach Santa Lucía, Schutzpatronin der Augen) verwendet: frische Blätter ausdrücken und den Saft als Augentropfen nutzen. Äußerlich bei Hautentzündungen, Wunden und Verbrennungen. Junges Blattwerk ist essbar und kann in Salaten verwendet werden. Blüten als essbare Dekoration. Volksheilkunde: Tee aus Blättern bei Fieber und Husten.
Lagerung: Frische Blätter und Stängel nur kurz bei kühler Raumtemperatur oder im Kühlschrank (bis 3 Tage) lagern. Für längere Haltbarkeit Blätter im Schatten trocknen und in luftdichten Behältern aufbewahren (bis 6 Monate). Blüten sofort verwenden, da sie sehr kurzlebig sind.
Schädlinge und gute Nachbarn
- Spinnmilben (Araña roja): Bei Befall Pflanzen mit Wasserstrahl abspritzen. Neem-Öl-Lösung (5ml/Liter) wöchentlich aufsprühen. Luftfeuchtigkeit erhöhen durch Mulchen und regelmäßiges Besprühen der Blätter.
- Blattläuse (Pulgones): Knoblauch-Chili-Sud als natürliches Spritzmittel einsetzen. Marienkäfer als natürliche Feinde fördern. Bei starkem Befall mit Insektizidseife behandeln.
- Schnecken und Nacktschnecken (Caracoles): Besonders in der Regenzeit problematisch in Guairá. Aschering um die Pflanze streuen, Bierfallen aufstellen oder abends manuell absammeln. Kupferbänder als Barriere nutzen.
- Wurzelfäule (Podredumbre de raíz): Durch übermäßige Bewässerung oder Staunässe verursacht. Drainage verbessern, befallene Wurzeln entfernen, mit Holzkohlenstaub behandeln. Neuanpflanzung in besser drainiertem Boden.
- Weiße Fliege (Mosca blanca): Gelbe Klebefallen aufhängen. Neem-Öl-Spray in den Morgenstunden anwenden. Begleitpflanzung mit Basilikum als Abschreckung.
Kombinationspflanzen
- Mango (Mangifera indica)
- Zitronenbaum (Citrus limon)
- Basilikum (Ocimum basilicum)
- Minze (Mentha spicata)
- Süßkartoffel (Ipomoea batatas)
- Ingwer (Zingiber officinale)
- Bananenstaude (Musa sp.)
Besonderheit in Paraguay
Die Flor de Santa Lucía ist in Paraguay eine weit verbreitete und tief in der Volksmedizin verwurzelte Heilpflanze, besonders in ländlichen Gebieten der Region Guairá. Sie gilt als Unkraut, wird aber von Curanderos (Volksheilern) gezielt angebaut. Die Pflanze ist an das subtropische Klima Paraguays perfekt angepasst und übersteht selbst Trockenperioden durch ihre sukkulenten Stängel. In der paraguayischen Volksmedizin (mezcla von spanischer und Guaraní-Tradition) ist sie als 'remedio casero' für Augenleiden unverzichtbar. Sie wächst häufig wild entlang von Feldrändern und in Hausgärten. Die Pflanze eignet sich hervorragend als lebende Bodenbedeckung unter Fruchtbäumen wie Mango oder Zitrus und hilft, die Bodenfeuchtigkeit in der intensiven Hitze des paraguayischen Sommers zu erhalten.