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Brasilianische Kirsche / Grumichama

Obst · Subtropengarten Paraguay

Brasilianische Kirsche / Grumichama in Paraguay pflanzen

Eugenia brasiliensis

Eugenia brasiliensis ist in der Atlantischen Waldregion Ostparaguays (Bosque Atlántico del Alto Paraná) heimisch und damit optimal an das Klima Guairás.

Standort
sonnig
Pflanzzeit
August, September, Oktober, März, April
Spanisch
Grumichama / Cereza de Brasil

Standort und Pflanzzeit

Bevorzugt vollsonnige bis leicht halbschattige Lagen. In der Region Guairá ideal an geschützten Hanglagen mit Morgensonne. Verträgt die intensive subtropische Sonneneinstrahlung gut, jedoch sollten Jungpflanzen in den ersten zwei Jahren vor extremer Mittagshitze geschützt werden. Windgeschützte Standorte bevorzugt, da starke Winde die Blütenbildung beeinträchtigen können.

Pflanzzeit: Optimale Pflanzzeit in Paraguay ist gegen Ende der Trockenzeit (August–Oktober), wenn die Regenzeit naht und die Böden beginnen, wieder Feuchtigkeit aufzunehmen. Eine zweite Pflanzperiode ist im frühen Herbst (März–April) möglich, wenn die Regenzeit abklingt und moderate Temperaturen herrschen. Aussaat aus frischen Samen direkt nach der Ernte (Oktober–Dezember) empfohlen, da die Keimfähigkeit schnell abnimmt.

Boden: Gedeiht am besten in tiefgründigen, gut drainierten, leicht sauren bis neutralen Böden (pH 5,5–6,5). Die roten Lateritböden (Terra Roxa) der Region Guairá sind grundsätzlich geeignet, sollten aber mit organischem Material angereichert werden. Verträgt keine dauerhaft nassen oder schwer verdichteten Böden. Sandige Lehmböden mit gutem Humusanteil sind ideal.

Pflege

Bewässerung: Regelmäßige, gleichmäßige Bewässerung erforderlich, besonders in der Trockenzeit (Mai–September). In der Regenzeit (Oktober–April) ist natürlicher Niederschlag in Guairá meist ausreichend. Jungpflanzen benötigen 2–3x wöchentlich Wasser, etablierte Bäume tolerieren kurze Trockenphasen. Staunässe unbedingt vermeiden. Mulchen um die Wurzelzone empfohlen, um Bodenfeuchtigkeit zu halten.

Düngung: Zweimal jährlich mit ausgewogenem organischem Kompost düngen (Beginn der Regenzeit im Oktober und Mitte der Regenzeit im Januar). Ergänzend alle 3 Monate mit einem ausgewogenen NPK-Dünger (10-10-10) düngen. Bei gelblichen Blättern Eisenchelat oder Magnesiumsulfat ergänzen, da lateritische Böden in Guairá oft zu Mikronährstoffmangel neigen. Frischer Rindermist oder Hühnerdung als Grunddüngung bei der Pflanzung einarbeiten.

  • Stickstoff (N)
  • Phosphor (P)
  • Kalium (K)
  • Magnesium (Mg)
  • Eisen (Fe)
  • Zink (Zn)

Ernte und Verwendung

Ernte: Haupterntezeit in Paraguay: Oktober bis Dezember (Frühlingsommer). Die kirschenähnlichen Früchte reifen etwa 3–4 Wochen nach der Blüte. Reife Früchte sind tief dunkelrot bis fast schwarz und fallen leicht vom Baum. Erste Ernte meist nach 3–5 Jahren bei gepfropften Pflanzen, nach 5–8 Jahren bei Sämlingen.

Verwendung: Früchte werden frisch gegessen, sind süß-säuerlich mit einem Geschmack ähnlich Kirschen. Ideal für Marmeladen, Gelees, Säfte, Sirupe, Eiscremes und Desserts. In Paraguay traditionell auch zur Herstellung von Liköre und fermentierten Getränken verwendet. Früchte sind reich an Vitamin C und Antioxidantien.

Lagerung: Sehr empfindliche Früchte, die nur 2–3 Tage bei Raumtemperatur haltbar sind. Im Kühlschrank bis zu einer Woche lagerbar. Für längere Haltbarkeit einfrieren (bis 6 Monate) oder zu Marmelade/Saft verarbeiten. Früchte müssen vollreif geerntet werden, da sie nicht nachreifen.

Schädlinge und gute Nachbarn

  • Fruchtfliege (Anastrepha spp.): Befallene Früchte sofort entfernen und vernichten. Gelbe Klebefallen aufhängen. Proteinköder-Fallen einsetzen. Bei starkem Befall zugelassene Insektizide (z.B. Spinosad-basiert) verwenden.
  • Blattläuse (Aphididae): Mit Neem-Öl-Lösung (2%) besprühen. Natürliche Feinde wie Marienkäfer fördern. Bei starkem Befall Insektizidseife verwenden.
  • Schildläuse (Coccidae): Befallene Äste mit Alkohol oder Neem-Öl behandeln. Bei starkem Befall systemische Insektizide einsetzen. Regelmäßige Kontrolle der Äste.
  • Wurzelfäule (Phytophthora spp.): Drainage verbessern, Staunässe vermeiden. Befallene Wurzeln entfernen. Kupferfungizide anwenden. Mulch nicht direkt am Stamm aufbringen.
  • Blattkäfer (Chrysomelidae): Manuelle Entfernung bei geringem Befall. Neem-Öl als Repellent. Bei starkem Befall Pyrethrin-basierte Mittel verwenden.

Kombinationspflanzen

  • Psidium guajava (Guayabo)
  • Myrciaria cauliflora (Jabuticaba)
  • Acca sellowiana (Feijoa)
  • Coffea arabica (Kaffee als Unterpflanzung)
  • Ingá (Inga spp.) als Schattenspender für Jungpflanzen
  • Heliconia spp. als Unterkultur

Besonderheit in Paraguay

Eugenia brasiliensis ist in der Atlantischen Waldregion Ostparaguays (Bosque Atlántico del Alto Paraná) heimisch und damit optimal an das Klima Guairás angepasst. Die Art ist Teil der ursprünglichen Biodiversität der Region und wird traditionell von der lokalen Bevölkerung genutzt. Der Baum ist relativ trockenresistent, sobald er etabliert ist, was ihn ideal für das wechselfeuchte Klima Paraguays macht (800–1800 mm Jahresniederschlag in Guairá). Er dient auch als wichtige Nahrungsquelle für Wildvögel und unterstützt die lokale Biodiversität. In agroforstlichen Systemen (Sistemas Agroforestales) der Region kann er gut in Kombination mit anderen Kulturen integriert werden.