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Flaschenstrauch / Netzannone

Obst · Subtropengarten Paraguay

Flaschenstrauch / Netzannone in Paraguay pflanzen

Annona emarginata (syn. Rollinia emarginata)

Der Aratiku ist eine einheimische Frucht Paraguays und Teil der traditionellen Guarani-Kultur.

Standort
sonnig
Pflanzzeit
August, September, Oktober
Spanisch
Araticu / Anón del Monte
Guarani
Aratiku

Standort und Pflanzzeit

Bevorzugt vollsonnige bis leicht halbschattige Standorte in der Region Guaira. Vertraegt die intensive subtropische Sonne Paraguays gut, profitiert jedoch in der Trockenzeit von leichtem Schutz junger Pflanzen. Ideal an suedexponierten Haengen oder in offenen Waldrandlagen, typisch fuer das oestliche Paraguay.

Pflanzzeit: Beste Pflanzzeit ist am Ende der Trockenzeit bzw. zu Beginn der Regenzeit (August bis Oktober) in Paraguay. So koennen die Wurzeln sich etablieren, bevor die heisse Sommerperiode beginnt. Aussaat aus Samen direkt nach Fruchtreife moeglich (Februar bis April), Keimung nach 20-40 Tagen.

Boden: Gedeiht gut in den roten Lateritboeden (Terra Rossa) des oestlichen Paraguays. Bevorzugt gut draenierte, leicht saure bis neutrale Boeden (pH 5.5-7.0). Toleriert sandige Lehmboden, nicht jedoch schwere Tonboeden mit Staunässe. Mulchen der Wurzelzone sehr vorteilhaft.

Pflege

Bewässerung: Jungpflanzen regelmaessig bewaessern, besonders in der Trockenzeit (Mai bis August). Ausgewachsene Baeume sind relativ trockenresistent und kommen mit dem natuerlichen Regenfall Paraguays (1400-1800 mm/Jahr in Guaira) gut zurecht. Staunässe unbedingt vermeiden.

Düngung: Im ersten Jahr alle 3 Monate mit organischem Kompost oder gut verrottetem Stallmist duengen. Ab dem zweiten Jahr zweimal jaehrlich (Oktober und Februar) mit einem ausgewogenen NPK-Duenger (10-10-10) ergaenzt durch Mikronaehrstoffe. Blattduengung mit Eisenchelat bei Gelbfaerbung der Blaetter empfohlen.

  • Stickstoff (N)
  • Phosphor (P)
  • Kalium (K)
  • Eisen (Fe)
  • Zink (Zn)

Ernte und Verwendung

Ernte: Fruechte reifen hauptsaechlich von Januar bis April (Hochsommer bis fruehes Herbst auf der Suedhalbkugel). Reife Fruechte erkennbar an gelblich-gruener Faerbung und leichtem Nachgeben beim Druecken. Baum beginnt ab dem 3.-5. Jahr zu tragen.

Verwendung: Suesse, aromatische Fruechte werden frisch verzehrt, zu Saefte, Smoothies, Eis (Sorvete) und Desserts verarbeitet. In Paraguay traditionell auch zur Herstellung von Likoeren verwendet. Blaetter und Rinde haben traditionelle Heilanwendungen gegen Fieber und Parasiten.

Lagerung: Reife Fruechte sind sehr empfindlich und halten bei Raumtemperatur nur 2-3 Tage. Im Kuehlschrank bis zu einer Woche lagerbar. Fruchtfleisch kann eingefroren werden (bis 6 Monate). Fruechte am besten kurz vor der Vollreife ernten fuer Transport und laengere Haltbarkeit.

Schädlinge und gute Nachbarn

  • Fruchtfliege (Anastrepha fraterculus): Gelbe Leimfallen aufhaengen, befallene Fruechte sofort entfernen und vernichten. Praeventive Behandlung mit Kaolin-Ton auf Fruechte. Biologische Kontrolle mit Spinosad-basiertem Koeder.
  • Schildlaeuse (Coccus spp.): Befallene Aeste mit Weissoel (Parafinoel 1%) behandeln. Bei starkem Befall Neem-Oel-Loesung (2%) anwenden. Natuerliche Feinde wie Marienkaefer foerdern.
  • Annona-Blattkaefer (Euphoria lurida): Handauslese der Larven und Kaefer. Bei starkem Befall mit Pyrethrin-basiertem Insektizid behandeln. Regelmaessige Kontrolle der Blaetter und Blueten.
  • Wurzelfaeule (Phytophthora spp.): Staunässe vermeiden durch gute Drainage. Befallene Wurzeln entfernen, mit Kupferfungizid behandeln. Praeventiv Trichoderma-Praeparate in den Boden einarbeiten.
  • Blattschneiderameisen (Atta spp.): In Paraguay sehr verbreitet! Ameisennester mit Orangenschalenextrakt oder biologischen Koedermitteln (Sulfluramid) behandeln. Physische Barrieren (Metallband) am Stamm anbringen.

Kombinationspflanzen

  • Mburucuya (Passionsblume)
  • Mango
  • Mamón (Papaya)
  • Guayabo (Guave)
  • Inga (Inga vera)
  • Takuare'e (Zuckerrohr als Windschutz)
  • Stevia

Besonderheit in Paraguay

Der Aratiku ist eine einheimische Frucht Paraguays und Teil der traditionellen Guarani-Kultur. In der Region Guaira waechst er haeufig wild in den Cerrado- und Atlantikwald-Relikten. Er ist perfekt an das subtropische Klima mit heissen, feuchten Sommern und milden Wintern angepasst. Die Pflanze gilt als Kulturerbe und wird zunehmend in Agroforstsystemen (Sistemas Agroforestales) eingesetzt. Lokale Bauern nutzen die Frucht seit Generationen, und es gibt wachsendes Interesse an kommerziellem Anbau fuer den paraguayischen Markt.