
Obst · Subtropengarten Paraguay
Feijoa / Brasilianische Guave in Paraguay pflanzen
Acca sellowiana
Acca sellowiana stammt ursprünglich aus dem südamerikanischen Hochland (Südbrasilien, Uruguay, Nordargentinien) und gilt daher als gut an subtropische.
- Standort
- sonnig
- Pflanzzeit
- März, April, Mai, August, September
- Spanisch
- Feijoa / Guayabo del país
Standort und Pflanzzeit
Volle Sonne bevorzugt, verträgt in der Guairá-Region auch leichten Halbschatten in den heißesten Mittagsstunden. Windgeschützter Standort ist vorteilhaft, da starke Winde die Bestäubung beeinträchtigen und Früchte abwerfen können. Ideal auf leicht erhöhten Lagen mit guter Luftzirkulation zur Vorbeugung von Pilzkrankheiten.
Pflanzzeit: In Paraguay wird Acca sellowiana vorzugsweise am Ende der Regenzeit (März–Mai) gepflanzt, wenn der Boden noch feucht ist und die Temperaturen etwas milder werden. Eine zweite Möglichkeit besteht zu Beginn der Frühjahrsregen (August–September). Aussaat aus Samen ist möglich, aber Veredelung oder Stecklinge sichern Sortenechheit und frühere Fruchtbildung.
Boden: Bevorzugt gut durchlässige, leicht saure bis neutrale Böden (pH 5,5–7,0). Die lehmig-sandigen Böden der Guairá-Region sind mit organischer Bodenverbesserung gut geeignet. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Bei schweren Tonböden Hochbeet oder Drainage empfehlen. Gute organische Substanz fördert Wachstum und Fruchtqualität.
Pflege
Bewässerung: Regelmäßige Bewässerung in der Trockenzeit (Mai–September) ist entscheidend, ca. 2–3 Mal pro Woche. Während der Regenzeit (Oktober–April) reichen die natürlichen Niederschläge in der Guairá-Region meist aus. Staunässe unbedingt vermeiden. Mulchschicht um die Basis reduziert Wasserverdunstung erheblich und schützt die flachwurzelnden Feinwurzeln.
Düngung: Im Frühjahr (August–September) organischen Kompost oder Hühnermist einarbeiten. Alle 6 Wochen während der Wachstumsphase mit einem ausgewogenen NPK-Dünger (10-10-10) düngen. Zur Blüte- und Fruchtentwicklung Kaliumanteil erhöhen. In Paraguays oft leicht sauren Böden kann Eisenmangel auftreten – ggf. Eisenchelat-Blattdüngung anwenden. Kalk sparsam einsetzen, wenn pH unter 5,5 fällt.
- Stickstoff (N)
- Phosphor (P)
- Kalium (K)
- Magnesium (Mg)
- Eisen (Fe)
- Mangan (Mn)
Ernte und Verwendung
Ernte: In Paraguay reifen die Früchte typischerweise von April bis Juli, also im paraguayischen Herbst und Winter. Die Ernte erfolgt, wenn die Früchte von selbst abfallen oder sich leicht vom Zweig lösen lassen. Farbe bleibt grün – der Reifegrad wird am besten durch leichten Druck (leichte Nachgiebigkeit) und intensiven Duft bestimmt.
Verwendung: Die süß-aromatischen Früchte werden frisch gegessen (Fruchtfleisch mit Löffel), zu Säften, Smoothies, Marmeladen, Gelees und Chutneys verarbeitet. Die essbaren Blütenblätter (rosa-weiß) können als dekorative Beigabe in Salaten verwendet werden. Sehr beliebt in der paraguayischen Küche als Frischfrucht und für hausgemachte Konfitüren.
Lagerung: Reife Früchte halten bei Zimmertemperatur nur 2–4 Tage. Im Kühlschrank bis zu 1–2 Wochen lagerbar. Halbiert und eingefroren ist das Fruchtfleisch bis zu 6 Monate haltbar. Verarbeitung zu Marmelade oder Fruchtpüree verlängert die Haltbarkeit erheblich.
Schädlinge und gute Nachbarn
- Fruchtfliege (Anastrepha spp.): Gelbfallen und Protein-Köder-Fallen aufstellen. Befallene Früchte sofort entfernen und vernichten. Boden unter dem Baum regelmäßig lockern, um Puppen abzutöten. Biologisches Mittel Spinosad als Spray einsetzen.
- Schildläuse (Coccidae): Befallene Äste mit Weißöl (Paraffinöl-Emulsion) besprühen. Stark befallene Triebe abschneiden. Natürliche Feinde wie Marienkäfer fördern. Im Winterschnitt befallene Stellen entfernen.
- Blattläuse (Aphidae): Mit starkem Wasserstrahl abspritzen. Neemöl-Lösung (5 ml/L) alle 7 Tage sprühen. Nützlinge (Marienkäfer, Florfliegen) fördern. Bei starkem Befall Insektenseife verwenden.
- Wurzelfäule (Phytophthora spp.): Drainage verbessern, Staunässe vermeiden. Befallene Wurzeln entfernen und Schnittstellen mit Kupferpaste behandeln. Boden mit Trichoderma-Präparaten biologisch behandeln.
- Echter Mehltau (Podosphaera spp.): Luftzirkulation durch Schnitt verbessern. Schwefelhaltige Fungizide oder Backpulver-Lösung (1 TL/L Wasser) sprühen. Überkopfbewässerung vermeiden, lieber Tröpfchenbewässerung nutzen.
Kombinationspflanzen
- Psidium guajava (Guave)
- Citrus spp. (Zitrusfrüchte)
- Myrciaria cauliflora (Jaboticaba)
- Passiflora edulis (Maracuyá)
- Tagetes erecta (Studentenblume als Bodendecker)
- Lavandula spp. (Lavendel als Bestäubermagnet)
Besonderheit in Paraguay
Acca sellowiana stammt ursprünglich aus dem südamerikanischen Hochland (Südbrasilien, Uruguay, Nordargentinien) und gilt daher als gut an subtropische Bedingungen angepasst. In der Guairá-Region mit ihrer Höhenlage (bis 200–400 m) und milderen Wintern gedeiht die Pflanze besonders gut. Die Pflanze ist selbstfruchtbar, gibt aber bei Kreuzbestäubung mit einer zweiten Pflanze deutlich bessere Erträge. Importante: In Paraguay fehlen natürliche Bestäuber (bestimmte Vogelarten), weshalb Handbestäubung oder das Halten von Honigbienen empfohlen wird. Die schönen rot-weißen Blüten sind auch als Zierpflanze attraktiv. Frost bis ca. -5°C wird toleriert – in Guairá kein Problem. Trockenheitsstress während der Blüte reduziert den Fruchtansatz erheblich.