
Obst · Subtropengarten Paraguay
Guabiju in Paraguay pflanzen
Myrcianthes pungens
Guabiju ist eine einheimische Art des atlantischen Regenwaldes (Bosque Atlantico del Alto Parana) und gilt in Paraguay als bedrohter Baum, dessen.
- Standort
- sonnig
- Pflanzzeit
- März, April, September, Oktober
- Spanisch
- Guabijú
Standort und Pflanzzeit
Volle Sonne bevorzugt, verträgt leichten Halbschatten in der Jugendphase. In der Region Guairá ideal an südexponierten Hängen oder offenen Flächen ohne Staunasse. Schutz vor starken Südwinden empfehlenswert, da der Baum in der Jugend empfindlich ist. Gut geeignet für Waldrandlagen des atlantischen Waldes (Bosque Atlantico).
Pflanzzeit: In Paraguay am besten am Ende der Regenzeit (März-April) oder zu Beginn der Fruehjahrssaison (September-Oktober) pflanzen. Die Pflanzung im Herbst gibt dem Baum Zeit, vor dem Trockenstress des Winters Wurzeln zu schlagen. Samlinge sollten mindestens 30-40 cm groß sein. Direktaussaat ist möglich, aber langwierig – Fruehjahrssaat nach der Ernte frischer Samen bevorzugt.
Boden: Bevorzugt tiefgründige, gut drainierte, leicht saure bis neutrale Böden (pH 5,5-7,0). Loest sich gut in tonig-lehmigen Roterden (Laterit/Terra Roxa) an, die in der Region Guairá typisch sind. Verträgt leicht sandige Böden wenn organische Substanz vorhanden. Staunasse ist kritisch und führt zu Wurzelfaule. Gute Bodenbelueftung fördert Wachstum und Fruchtbildung.
Pflege
Bewässerung: Regelmäßige Bewässerung in den ersten 2-3 Jahren nach der Pflanzung, besonders in der Trockenzeit (Juni-August). Ausgewachsene Bäume sind trockenheitstolerant und benötigen kaum zusaetzliche Bewässerung, da sie an das Regenklima Paraguays (1400-1800 mm/Jahr in Guairá) angepasst sind. Staunasse unbedingt vermeiden.
Düngung: Junge Bäume jährlich mit gut verrottetem Kompost oder Rindermist (5-10 kg pro Baum) düngen. NPK-Dünger (10-10-10) zweimal jährlich in der Wachstumssaison (Oktober und Januar) geben. Ausgewachsene Bäume profitieren von einer organischen Mulchschicht und gelegentlicher Kompostgabe. Bei Eisenmangel (Chlorose) Chelatduenger einsetzen. Kalkung nur wenn pH unter 5,0 fällt.
- Stickstoff (N)
- Phosphor (P)
- Kalium (K)
- Organische Substanz
- Eisen (Fe)
- Mangan (Mn)
Ernte und Verwendung
Ernte: Ernte von November bis Januar (Hauptsaison im paraguayischen Sommer). Früchte reifen ungleichmaessig am Baum und müssen individuell gepflueckt werden. Reife Früchte sind dunkelviolett bis schwarzblau und fallen bei leichter Berührung ab. Erster Fruchtansatz nach 4-6 Jahren bei vegetativer Vermehrung, nach 6-8 Jahren bei Aussaat.
Verwendung: Früchte werden frisch verzehrt – süßlich-herb mit aromatischem Geschmack ähnlich Blaubeeren. Ideal für Marmeladen, Gelees, Fruchtsäfte, Liköre und Suessigkeiten (Dulce de Guabiju). In Paraguay traditionell auch zur Herstellung von fermentiertem Getränk (Chicha) verwendet. Holz ist sehr hart und eignet sich für Tischlerarbeiten und Werkzeuggriffe.
Lagerung: Frische Früchte sind sehr empfindlich und halten bei Raumtemperatur nur 1-2 Tage. Im Kühlschrank bis zu 5 Tage lagerbar. Für längere Haltbarkeit einfrieren (bis 6 Monate) oder zu Marmelade/Saft verarbeiten. Transport in flachen Behältern empfehlenswert um Druckschaeden zu vermeiden. Nicht stapeln.
Schädlinge und gute Nachbarn
- Fruchtfliege (Anastrepha fraterculus): Gelbe Klebefallen aufhängen, reife Früchte regelmäßig ernten und abgefallene Früchte entfernen. Biologische Bekämpfung mit Spinosad-haltigen Koedern (z.B. Success Appat). Fruchtbehaeltnisse mit Netz schützen.
- Blattläuse (Aphidae spp.): Neemöl-Lösung (5 ml/Liter Wasser) auf befallene Triebe spritzen. Natürliche Feinde wie Marienkäfer fördern. Bei starkem Befall Insektizifseife verwenden.
- Schildläuse (Coccidae): Befallene Äste mit weichem Buersten und Seifenwasser reinigen. Mineralöl-Spray in der Ruhephase einsetzen. Regelmäßige Kontrolle der Rinde, besonders an Astgabelungen.
- Pilzerkrankungen (Antracnose - Colletotrichum spp.): Befallene Früchte und Äste sofort entfernen und verbrennen. Kupferhaltige Fungizide (Bordeaux-Bruehe) vorbeugemd in der Regenzeit spritzen. Gute Durchlueftung der Krone durch regelmaessigen Schnitt fördern.
- Holzbohrer (Coleoptera - Cerambycidae): Befallene Stellen mit Draht ausstochern und mit Kalk-Paste verschliessen. Baumstaemme mit Kalkweiss streichen zum Schutz. Gesunde, gut gedueengte Bäume sind resistenter.
Kombinationspflanzen
- Yvapurû (Eugenia uniflora - Pitanga)
- Mamón (Carica papaya)
- Inga (Inga edulis - Inga)
- Pindó (Syagrus romanzoffiana - Pindopalme)
- Taperibá (Spondias mombin)
- Yerba Mate (Ilex paraguariensis)
Besonderheit in Paraguay
Guabiju ist eine einheimische Art des atlantischen Regenwaldes (Bosque Atlantico del Alto Parana) und gilt in Paraguay als bedrohter Baum, dessen natürlicher Lebensraum stark dezimiert wurde. In der Region Guairá ist die Pflanze kulturell und oekologisch bedeutsam – sie liefert Nahrung für Vögel und Wildtiere und ist Teil des traditionellen Wissens der Guarani-Bevoelkerung. Der Anbau gilt als Beitrag zur Wiederaufforstung und Biodiversitaet. Guabiju widersteht gut den Temperaturschwankungen Paraguays (Hitze bis 40°C im Sommer, gelegentliche Frostperioden bis -3°C im Winter in Guairá). Der Baum kann bis zu 15-20 Meter Höhe erreichen und wird sehr langlebig (über 100 Jahre). Wegen seiner harten Früchte wird er im Volksmund auch 'Uvilla del monte' genannt. Jungpflanzen sind bei lokalen Baumschulen (viveros) in Paraguay erhältlich und werden vom Umweltministerium (MADES) in Aufforstungsprogrammen gefördert.